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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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180 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.

jähriger Arbeit endlich das geworden iſt, was wir in ihm jetzt haben. Die Aufgabe des Webſtuhls beſteht darin, daß in ihm die Fäden der Kette, je nachdem ſie im Gewebe über oder unter die Schußfäden zu liegen kommen ſollten, in ver⸗ ſchiedener Weiſe durch zwiſchen Stäben befindliche Schleifen oder ſie vertretende Offnungen gezogen und in und mit den⸗ ſelben mittelſt vom Fuße des Webers bewegter Hebel(Tritte) gehoben oder geſenkt werden. Die Webſtühle der alten Ägypter, deren Zuſammenſetzung wir aus Darſtellungen auf in den Pyramiden gefundenen Gräbern kennen, zeigen die erwähnte Vorrichtung noch nicht; bei ihnen wurde in der teils vertikal, teils horizontal aufgeſpannten Kette die zur Einführung des Schuſſes nötige Spaltung mittelſt dazwiſchengeſteckter Stäbe herbeigeführt. Römiſche Abbildungen aus dem 4. oder 5. Jahrhundert vor Chriſti zeigen deutlich, daß die Anwendung von Tritten, in ähnlicher Weiſe wie heute, ſchon damals im Gebrauch war. Die ausführliche Beſchreibung eines Web⸗ ſtuhles übergehe ich; übrigens iſt die Arbeit des Webens be⸗ kannt genug, braucht alſo nicht näher geſchildert zu werden; auch eine nähere Beſchreibung der Kombinationen für Tuche und tuchartige Stoffe liegt nicht in dem Bereiche unſerer Auf⸗ gabe. Iſt das Stück Tuch fertiggewebt, ſo nennt man es mit dem techniſchen NamenLoden. Der Loden ſieht wie ein Stück gewöhnliches Leinengewebe aus; man ſieht noch nichts von der filzartigen Oberfläche, welche das fertige Tuch charakteriſiert. Der Loden, ſobald er vom Webſtuhl kommt, wird nun zum erſten Male genoppt. Das Noppen, auch Fett⸗ noppen genannt, beſteht darin, daß man ſämtliche fremd⸗ artigen Gegenſtände, welche beim Weben mit in den Loden hineingewebt worden ſind, z. B. feine Wollfäden, Stroh und dergl., daraus entfernt. Die Arbeit wird von ſogen. Noppe⸗ rinnen verrichtet; auch unregelmäßige, undichte Stellen ſowie Knoten im Gewebe werden ausgeglichen und entfernt. Nach dieſem erſten Noppen kommt der Loden in die Vorwäſche, um den noch darin ſteckenden Leim oder Schmutz auszuwaſchen. Zu dieſem Behufe wird der Loden in eine Flüſſigkeit gelegt, welche aus einer Miſchung von Waſſer, Seife und Ürin beſteht. Bis zur Sättigung bleibt er in dieſem Bade, geht dann durch Preßwalzen in einen Behälter mit reinem Waſſer und aus dieſem in einen anderen Behälter, der gleichfalls mit reinem