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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Die Tuchweberei. 179

abgenommene Kette gleichmäßig in verlangter Breite auf einer hölzernen Walze, Kettenbaum genannt, aufzuwickeln. Das andere der beiden erwähnten Fadenſyſteme iſt der Ein⸗ ſchlag, Schuß, im Gegenſatz zur Kette. Die beiden Faden⸗ ſyſteme unterſcheiden ſich gewöhnlich auf ihre Drehung, ob⸗ wohl dies keine Bedingung iſt für ihre Eigenſchaft, als Kette oder als Schuß verwendet zu werden. Die Richtung der Drehung iſt nur zweifach, entweder von links nach rechts oder von rechts nach links. Spinnt man das Garn auf einem Selfaktor, ſo kann ſich die Spindel nur nach einer Richtung hin drehen; das erſtere iſt Einſchlag⸗, das letztere Kettendrehung. Die Vorbereitungen des Einſchuſſes für das Weben ſind bedeutend geringer als die der Kette. Iſt letztere zum Weben genugſam vorbereitet, ſo müſſen nach bekannter Weiſe die Fäden derſelben durch die ſich rechtwinklig da⸗ zwiſchenlegenden Schußfäden zu einem Gewebe gebildet wer⸗ den. Dies geſchieht dadurch, daß ein Teil der Kettenfäden nach beſtimmter Ordnung, durch meiſt mechaniſche Vorrich⸗ tungen, Offnungen, Fächer genannt, hervordringt. Das Ein⸗ ſchußmaterial muß daher auf kleinen Spulen gedreht werden, damit es ſich beim Weben leicht wieder abwinden kann. Es muß daher der Einſchußfaden geſpult werden, wozu man ſich im kleinen des Spulrades, im großen einer Schußſpul⸗ maſchine bedient. Das Spulen des Schuſſes hat den Zweck, denſelben in geeigneter Geſtalt in das Weberſchiffchen zu bringen ſowie das Ablaufen aus demſelben ſo regelmäßig, ſo ſchnell und mit ſo geringem Verluſte wie möglich zu ge⸗ ſtatten. Die Schußſpulen ſind 2—3 Zoll lange, in der Mitte durchbohrte Röllchen aus Holz, Rohr oder Pappe, an den Rändern häufig mit einem etwas dickeren Rande verſehen, um das Heruntergleiten der Fäden zu verhüten. Die Vor⸗ bereitungen ſind nun zu Ende; wir kommen zum eigentlichen Verweben der Fäden. Es gibt kaum eine Maſchine, bei welcher deutlicher zutage tritt, daß im Laufe langer Jahrhunderte ſtetige Verbeſſerungen, die frühere Handarbeit des Menſchen erſetzend, ſtattgefunden haben, als beim Webſtuhl, und da ſchon ſeit uralten Zeiten einzelne Teile, welche der Webſtuhl auch in der Neuzeit noch beſitzt, erfunden waren, ſo kennzeichnet er recht eigentlich die mühſelige Geſchichte der verſchiedenſten Verbeſſerungen und Erfindungen, durch welche er nach tauſend⸗ 12*