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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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178 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle. entſteht an ſämtlichen Enden des Gewebes die ſogen. Kante, die man zum Zwecke des beſſeren Anſehens und der größeren Feſtigkeit des Stoffes ſehr häufig aus verſchiedenfarbigen Kettenfäden beſtehen läßt. Die Vorbereitungsarbeiten der Kette zerfallen in die Operationen des Spulens, Scherens, Leimens und Bäumens. Der Spinner liefert die Streichgarne in Form von Strängen; deshalb iſt das Spulen eine Notwendig⸗ keit. Das Spulen geſchieht auf die einfachſte Weiſe mittelſt eines dem Handſpinnrad ähnlichen Inſtrumentes; der Faden des Strähns wird von einer Garnwinde, welche ſich leicht drehbar auf einem Geſtelle bewegt, auf die Spule geleitet, die ſich auf einer mittelſt Treibrades in Drehung verſetzten Spindel befindet. Im großen Maßſtabe geſchieht das Spulen auf mechaniſchem Wege mittelſt der Kette. Scheren oder Schweifen heißt die Geſamtheit der zu einer Kette gehörigen Fäden in paralleler Richtung zu einer beſtimmten Länge unter derſelben Spannung miteinander vereinigen. Man be⸗ dient ſich dazu einer Vorrichtung, die Scherrahmen(Schweif⸗ rahmen) genannt wird. Auf die gewöhnliche Einrichtung eines Scherrahmens kann ich nicht eingehen; nur will ich noch an⸗ geben, was man unter der Länge einer Kette verſteht. Die Länge einer Kette berechnet man nach der Anzahl der Umgänge, welche die Fäden um den Anfang des Kettenrahmens nehmen. Dieſer beſteht aus 5 oder 7 ½ Ellen und bildet ſo die Einheit für die Länge, Schmitz genannt(5 Ellen). Die Länge der Garne läßt ſich beim Berechnen der Stoffe nicht nach dem Maße aufſtellen, nach welchem es geſponnen wird, ſondern iſt ſtets danach anzunehmen, was die Strähne nach dem bei der Verwebung üblichen Maße für eine Länge hat.

Nach dem Scheren folgt das Leimen der Kette. Der von dem Scherrahmen abgerundete Knäuel wird in dünne, lau⸗ warme Leimauflöſung getaucht und dieſe gleichmäßig aus⸗ gepreßt, ſo daß nur ſo viel zurückbleibt, um die Fäden durch⸗ dringen zu können. Gewöhnlich kommen auf 3 ½— 4 ½ kg Garn ½ kg Leim und 2 ½ kg Waſſer. Das Leimen hat den Zweck, das Garn haltbarer zu machen und die loſe am Garn ſitzenden Wollhärchen feſt mit dem Faden zu verbinden. Iſt die geleimte Kette an der Luft wieder getrocknet, ſo kommen wir zur letzten Operation, zum Bäumen der Kette. Unter Bäumen verſteht man die Fertigkeit, die vom Scherrahmen