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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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Die Tuchweberei. 177

zuſchlagen oder er iſt in Einheit mit dem engliſchen Yard und den franzöſiſchen Aebräuchlichen Maßen für faſt alle Spinnſtoffe: 1,37 m. Die einheitliche Nummer gibt die An⸗ zahl der Stränge à 1000 m an, die auf 1 kg gehen. Sodann iſt die Nummer auf die Konditionierung zu baſieren, und zwar bis zum abſoluten Trocknen bei einem niedrigeren Tem⸗ peraturgrade, als derjenige iſt, bei welchem die Faſer ſich zerſetzt.

Sind die Garne abgehaſpelt, ſo kommen wir zur Weberei.

Die Tuchweberei.

Nachdem der Spinner die geſponnenen Garne abgeliefert hat, können dieſelben nicht ſofort zur Weberei verwendet wer⸗ den; es ſind noch verſchiedene Vorbereitungen nötig, um die fertig geſponnenen Garne zu verwenden, ſei es Ketten⸗ oder Schußgarn.

Mit der ſtrengen Unterſcheidung der Kette vom Schuß hat es die Weberei überhaupt zu tun, da der Begriff„Weben“, „Gewebe“ dieſe Unterſcheidung als unerläßlich vorausſetzt; denn unter dem Namen„Gewebe“ verſteht man eine durch Verſchlingung von zwei rechtwinklig gegeneinander gerichteten Fadenſyſtemen hervorgebrachte Fläche. Das Weben unter⸗ ſcheidet ſich vom Stricken dadurch, daß bei dieſem der Stoff durch einen einzigen Faden, durch ein Fadenſyſtem, welches künſtlich verflochten iſt, gebildet wird. Zur Anwendung kommt dasſelbe beim Verfertigen der Strümpfe, indem der Faden einfach zu Maſchen verſchlungen wird, während dieſe beim Stricken der Netze zur Befeſtigung mit Knoten verſehen wer⸗ den. Ein Strumpf kann daher durch Öffnen einer Maſche vollſtändig auseinandergezogen werden, ein Netz dagegen nicht. Von den beiden Syſtemen von Fäden, welche ein Gewebe bilden, läuft das eine der Länge nach und wird von dem anderen in transverſaler Richtung durchſchnitten. Erſtere Fäden bilden die Kette des Gewebes, während letztere Schuß (Einſchlag) genannt werden. Während die Fäden der Kette einzeln getrennt voneinander und demnach an den beiden Bändern zur Umkehr genötigt ſind, bilden die Schußfäden in der Regel ein fortlaufendes Band, welches jene von rechts nach links und von links nach rechts durchkreuzt. Hierdurch

Heyne, Schafzucht. 4. Auflage. 12