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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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176 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle. Drehung der Fäden kann lang oder kurz, rechts oder links ſein. Je feiner das Garn iſt, um ſo mehr Drehungen bedarf es; im allgemeinen hängt die Drehung von der Wolle, der Garnfreiheit und der Verwendung des Garnes ab. Nach der Verwendung des Garnes richtet ſich ſeine Drehung; man unterſcheidet Ketten-, Halbketten⸗ und Einſchlagdrehung. Die Kettendrehung muß ſelbſtverſtändlich ſo ſtark ſein, daß das Garn ſeinen nötigen Halt hat, wie ihn Ketten für Tuch er⸗ fordern. Unter Halbketten verſteht man ein Garn mit etwas ſcharfer Drehung, welches zu Schluß verwendet werden ſoll; Einſchlagdrehung iſt eine loſe Drehung, die wenigſtens ſo ſtark ſein muß, daß das Garn das Abwinden von der Spule und das Schließen bei dem mechaniſchen Vorweben aushält. In Anbetracht der verſchiedenen ſcharfen Drehungen haben Garne von gleicher Nummer nicht die gleiche Fadendicke. So ſieht z. B. Kettengarn um eine Nummer feiner aus als loſe ge⸗ drehtes Schußgarn von gleicher Nummer und Färbung. Die Drehungsrichtung iſt für die Kette meiſtens von links nach rechts, für Schuß von rechts nach links. Wie bereits erwähnt, iſt der von der Vorſpinnkrempel erhaltene Faden auf der Feinſpinnmaſchine durch mehrmaliges Ausziehen und ſtärkeres Drehen in Garn zu verwandeln. Man unterſcheidet in der Tuchfabrikation drei Arten von Spinnmaſchinen: 1. die Water⸗ maſchine, 2. die Ringſpinnmaſchine, 3. den Selfaktor. Die ausführliche Beſchreibung dieſer Maſchinen iſt nicht Zweck dieſer Schrift, doch bleibe nicht unerwähnt, daß am meiſten der Selfaktor angewendet wird. Die Hauptteile eines Selfaktors ſind: das Streckwerk, der Kopf, der Wagen. Der Selfaktor verrichtet in beſtimmten Zeiträumen ver⸗ ſchiedene Arbeiten in ſtets gleicher Reihenfolge. Hierin liegt der Grund, warum er in faſt allen Spinnereien der Neuzeit angewendet wird. Durch geiſtreiche Kombinationen wirkt er ſelbſttätig, braucht wenig Menſchenhände zur Bedienung. Sind die Walzen durch die Feinſpinnmaſchine gefüllt, ſo wird das Garn abgehaſpelt. Der Umfang des Haſpelns ſowie die Garn⸗ maſſe zum Verkauf waren bis zur Einführung der einheit⸗ lichen Garnnumerierung ſehr verſchieden, man hatte acht Haupteinteilungen zu unterſcheiden, die in Deutſchland, Eng⸗ land und Frankreich in Gebrauch waren. Nach dem metriſchen Syſtem iſt der Haſpelumfang für Streichgarn zu 1,50 m vor