52 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung, Ernährung uſw. des Schafes.
haar, Unreinlichkeit und Feuchtigkeit zuſammen; die Feuch⸗ tigkeit beträgt 11— 13%, der Schmutz variiert von 1—20%, der Fettſchweiß an 45— 60%, und zwar ſtehen Schmutz und Fettſchweiß in einem ſich ergänzenden Verhältnis, ſo daß bei weniger Fettſchweiß mehr Schmutz und umgekehrt ſich vor⸗ findet. Der Gehalt an Wollhaar ſchwankt daher zwiſchen 20. und 40%. An Rückenwäſche, wie ſie gewöhnlich zum Verkauf kommt, gibt das ungewaſchene Vlies 30— 60%; in der Regel geht bei Tuchwolle nicht mehr als die Hälfte verloren; fabrik⸗ mäßig gewaſchen bleiben 20— 35% des ungewaſchenen Vlieſes übrig. Man unterſcheidet daher Wolle, welche nicht ge⸗ waſchen wird, alſo im Schweiß vom Schafe geſchoren wird, ſogen. Schmutz⸗ oder Schweißwolle. Die Schafe im Schweiß zu ſcheren wird jetzt überall mehr eingeführt; dies hat Vor⸗ teile dadurch, daß man die Schafe ſcheren kann, wann man will und ganz unabhängig vom Wetter iſt; auch kauft der Fabrikant dieſe Schweißwolle gern. Weiter unterſcheidet man gewaſchene Wolle, und zwar die Pelzwäſche oder Rücken⸗ wäſche, bei welcher die Wolle auf dem Körper der Schafe gewaſchen wird; bei der Pelzwäſche unterſcheidet man weiter Schwemm⸗, Hand⸗, Sturz-⸗, Spritz⸗ und Kunſtwäſche; einem jeden Verfahren geht das Einweichen der Schafe voran. Als zweite Art iſt die Vlieswäſche zu erwähnen, bei welcher das Vlies im ungewaſchenen Zuſtande durch Abſcheren von dem Körper des Schafes entfernt wird; die Vlieswäſche iſt abſolut nicht zu empfehlen. Bei beiden Wäſchen ſpielt das Waſſer eine große Rolle. Waſſer, welches Salze mit erdigen Baſen enthält, wirkt nachteilig, weil ſich dieſe mit der Seife des Fettſchweißes zerſetzen und dadurch eine unlösliche Kalkſeife bilden, die in der Wolle beharrt und ihr Klebrigkeit und Rauhheit im Gefühle erteilt. Das Vorhandenſein von Kalk⸗ ſalzen im Waſſer iſt dadurch zu ermitteln, daß in ein mit Waſſer gefülltes Glas etwas Seifenſpiritus geſchüttet wird. Entſteht hierdurch ein ſtarker Niederſchlag, ſo iſt es reich an Kalk und Magneſiaſalzen und für das Waſchen der Wolle ungeeignet. Die im Waſſer enthaltenen Salze verbinden ſich nämlich mit der darin aufgelöſten Seife und bilden dadurch eine unlösliche Kalkſeife, die ſich in Flocken ausſcheidet und auf dem Boden des Gefäßes niederſetzt. Eine zweite Probe beſteht darin, daß das Waſſer eine Zeitlang der Kochhitze aus⸗


