Wartung und Haltung, Waſchmethoden. 53
geſetzt wird; das kalkhaltige Waſſer wird dann trübe und zeigt die deutliche Ausſcheidung eines feinen weißlichen Nieder⸗ ſchlages. Eiſenhaltiges Waſſer verleiht der Wolle einen roſt⸗ farbenen Schein; um das Waſſer auf Eiſen zu prüfen, ſoll man, nachdem es etwas eingekocht und erkaltet iſt, einige Tropfen Salpeterſäure zuſetzen, um das in Form von Eiſen⸗ oxydul darin enthaltene Eiſen in Eiſenoxyd zu verwandeln; werden dann einige Tropfen gelbes Blutlaugenſalz zugeſetzt, ſo nimmt das Waſſer eine blaue Farbe an. Enthält das Waſſer Gerbſäure, ſo wird die Wolle blau; es iſt daher Waſſer, welches beim Laufen durch Laubwald Gerbſäure aufgenommen hat, vorſichtig zu benutzen. Die Anweſenheit derſelben prüft man durch einen Zuſatz von Eiſenoxydlöſung, die das Waſſer blau macht.
Bei der Pelzwäſche, der ſogen. Rückenwäſche, muß das Waſſer einen gewiſſen Wärmegrad haben, von 140 an iſt es zum Waſchen geeignet, weiches Waſſer iſt erforderlich; gips⸗, kalk⸗ und eiſenhaltiges Waſſer iſt hierzu nicht geeignet, weil auf die Reinheit der Wolle viel ankommt. Bei der gewöhn⸗ lichen Wäſche, der ſogen. Schwemme, werden die Schafe ins Waſſer getrieben, in demſelben gerieben und die Wolle aus⸗ gedrückt— ein Verfahren, welches nach 5—6 Stunden wieder⸗ holt wird. Eine andere Methode, welche Sturzwäſche heißt, beſteht darin, daß das Waſſer 1,50— 2 m von oben auf die Schafe herabgeſtürzt kommt, während eine dritte Art warme oder Kunſtwäſche genannt wird. Der warmen Wäſche werden Zuſätze verſchiedener Art zugeſetzt, um deren Wirkſamkeit namentlich für ſehr fettſchweißreiche Wollen zu erhöhen. Als ſolche Zuſätze dienen bei hartem Waſſer, Soda, Guano, von letzterem werden auf je 100 1 Waſchwaſſer 0,5 kg genommen. Außerdem verwendet man grüne Seife, Saponin enthaltende Pflanzenſtoffe, wie Seifenwurzel(Saponaria officinalis), Quil⸗ lajarinde(Quillaja saponaria Mol.), Hétſeys, vorzugsweiſe Seifenwurzel und Hirſch' Soda und Seifenwurzel enthaltende Waſchmittel. Die Waſchmittel werden ſtets warmem Waſſer zugeſetzt. Um dieſelben beſtmöglich auszunutzen, verwende man ſtatt der Bottiche ſchrägſtehende Tröge, welche mit einer unten offenen Scheidewand in zwei Abteilungen geteilt ſind. In der unteren Abteilung werden die Schafe gewaſchen und dann in die obere Abteilung gebracht, damit das durch Aus⸗


