2 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung, Ernährung uſw. des Schafes.
iſt das rechte Horn nach links, das linke nach rechts gewunden. Durch dieſe Windungen treten die Hornſpitzen nach außen. Der Vorderkopf iſt gewölbt. Das Schaf hat nichts an ſich, was einem Barte ähnlich wäre; ſein Kinn iſt bartlos. Es hat Klauendrüſen und zwei bauchſtändige Zitzen. Sein Schweif iſt lang herabhängend; er hat 10—22 Wirbel; der ganze Körper iſt wollig behaart.
Schafraſſen.
Das Schaf erſcheint in einer Menge von Abarten und Raſſen; um eine Überſicht im großen und ganzen zu erlangen, ſollen hier nur diejenigen angeführt und kurz beſprochen werden, welche a) von ſeiten des Menſchen wenig Zucht und Sorgfalt genießen und b) beſonders in Europa Intereſſe erregen. Zu a gehören: das langſchwänzige Schaf(Ovis dolichura) und das fettſchwänzige Schaf(Ovis platyura). Das⸗ ſelbe lebt in der Bucharei, weshalb es auch buchariſches oder Karakul⸗Schaf genannt wird; außerdem findet es ſich im ſüdlichen Rußland, im Kaukaſusgebirge und in Perſien. Seine Wolle ſteht dicht auf dem Körper; ſie iſt weich und elaſtiſch und zeigt eine hübſche Kräuſelung, meiſtens ſchwarz in Farbe. Von dieſen Schafen rühren die ſogenannten Krimmerfelle her. Zu den fettſchwänzigen Schafen gehören noch das tuneſiſche, das berberiſche, das kaſpiſche, das anatoliſche und das maze⸗ doniſche Schaf.
Das fettſteißige Schaf(Ovis steatopyga).
Dieſe Schafraſſe iſt ſehr verbreitet; ſie findet ſich vom Schwarzen Meere über ganz Mittelaſien bis nach China hinein. Das Tier ſelbſt iſt ziemlich groß; ſein Kopf iſt ge⸗ ſtreckt; Ohren, Hals und Rücken ſind lang und ziemlich fleiſchig; die Beine ſind hoch, aber nicht kräftig; der Schwanz beſteht als ein Rudiment aus drei Wirbeln; zwiſchen den auf dem Kreuze eingelagerten Fettmaſſen ragt er wie ein kleiner Knoten hervor. Die Wirbelkette beſteht aus 33 Wirbeln, und zwar aus 7 Halswirbeln, 13 Rückenwirbeln, 5 Lenden⸗ wirbeln, 4 Kreuz⸗ und 3 Schweifwirbeln. An der Schweif⸗ wurzel am Steiß lagern in der Regel zwei große Fettmaſſen ab, die gegen 15— 20 kg und mehr wiegen können. Ich habe dieſe Tiere oft in den ſüdruſſiſchen Steppen geſehen; man teilt ſie nach Ort und Klima ein in tartariſche, tauriſche,


