Tieriſche und pflanzliche Paraſiten. 17
arten(Syngamus trachealis und bronchialis) bei Vögeln, die feineren Luft⸗ röhrenäſte vollſtändig verſtopfen und den Tod durch Erſtickung oder durch eine infolge ihrer Einwirkung entſtehende Entzündung der Luftröhrenäſte hervorrufen. Hierher würden auch jene ſchweren Zirkulationsſtörungen ge⸗ hören, welche durch einen im rechten Herzen und der Lungenaterie bei Hunden oft in größerer Anzahl vorkommenden Fadenwurm, die Filaria immitis, bedingt werden.
b) Durch den beſtändig auf ihre Umgebung ausgeübten Druck, durch welchen die Blutgefäße zuſammengedrückt, die Blutzufuhr beſchränkt und die Ernährung des Gewebes vermindert wird. Die Folge davon iſt Schwund oder Degeneration des letzteren, ſowie Störungen in deren normaler Funktion.
Der Gehirnblaſenwurm(Coenurus cerebralis) im Gehirn des Schafes, die Echinokokkenblaſen in Lunge, Leber ec.(letztere oft in ſo erheblichen Mengen vorhanden, daß das ganze Organ davon durchſetzt erſcheint), der Rieſen⸗ palliſadenwurm im Nierenbecken ꝛc. ſind Beiſpiele für dieſe Druckwirkung; Trichinen und Sarkoſporidien, ſogen. Pſoroſpermien, in den Muskeln für die durch ſie bedingte degenerative Wirkung.
c) Indem ſie bei ihrer Fortbewegung, ihrer Wanderung im Körper, Gewebe zerſtören.
Der Rieſenkratzer(Strongylus Gigas), auch der Spulwurm des Pferdes und ein Bandwurm des letzteren(Taenia perfoliata) durchbohren zuweilen die Darmwand und erzeugen tödliche Bauchfellentzündungen; die in der Bauchhöhle bei Fiſchen lebenden Kiemenwürmer(Liguliden) durchbohren ſogar die Bauchwand derſelben, Leberegel bei ihrer Einwanderung die Leber ꝛc.
d) Indem ſie durch den Reiz, welchen ſie auf ihre Umgebung aus— üben, ſchmerzhafte Entzündungen und ſchwere Funktionsſtörungen hervor⸗ rufen.
Beiſpiele hierfür bieten mehr oder weniger auffällig faſt alle in das Gewebe vom Darm einwandernden Paraſiten während der Zeit ihrer Wanderung. Es ſei vor allem auf die ſchmerzhaften Entzündungen und ſchweren Funktionsſtörungen hingewieſen, welche die Trichinen bei ihrer Einwanderung in die Muskeln, die Einwanderung der Embryonen des Drehwurmes in dem Gehirn und deſſen Häuten veranlaſſen ꝛc. Infolge dieſer Entzündungen kann es auch zu pathologiſchen Gewebsneubildungen, Schleim⸗ hautverdickungen, Knotenbildungen ꝛc. kommen.
e) Ferner können die Paraſiten durch den Druck, welchen dieſelben auf Empfindungsnerven(S. 102) ausüben, ſogenannte motoriſche Reflexe (S. 103), d. h. Krämpfe, ja ſelbſt Lähmungen veranlaſſen.
Die Krämpfe, welche zeitweilig bei reicher Anweſenheit von Darm⸗ würmern, namentlich bei jungen Tieren, auftreten, ſind bekannt. Ja, es iſt früher und auch neuerdings wieder von kompetenter Seite behauptet worden, daß große Mengen von Taenia echinococcus und cucumerina im Darme von Hunden tollwutähnliche Erſcheinungen bei ſolchen hervorrufen ſollen.*)
*) In einem vor kurzer Zeit im pathologiſchen Inſtitut der Dresdner tierärzt⸗ lichen Hochſchule beobachteten Falle von Wutverdacht bei einem Hunde fanden Johne. 2


