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18 Aeußere Krankheitsurſachen.
2. auf chemiſche Weiſe, indem neben der mechaniſchen Wirkung der Paraſiten zugleich gewiſſe von denſelben gebildete Gifte bezw. giftige Stoffwechſelprodukte zur Wirkung gelangen.
Dieſe rufen entweder nur örtlich eine intenſive Entzündung hervor, wie dies z. B. bei den Stichen verſchiedener vorübergehend ſchmarotzenden Inſekten (z. B. Mücken, beſonders der ſogenannten Kolumbäczer Mücke) und bei den Räudemilben der Fall iſt; oder ſie bedingen nach ihrem Eintritt in den Blutſtrom mehr oder weniger allgemeine Wirkungen, wie das z. B. bei den Trichinen, Spulwürmern ꝛc. von einzelnen Forſchern angenommen wird.
3. durch Nahrungsentziehung.
Wird dieſe ſchädliche Wirkung auch vielfach überſchätzt, ſo iſt doch nicht zu leugnen, daß bei der erheblichen Zahl, in welcher namentlich verſchiedene Eingeweidewürmer aufzutreten pflegen und bei der erheblichen Größe, welche einzelne derſelben beſitzen(es ſei nur auf den ſchon oben[S. 16) erwähnten großköpfigen Spulwurm des Pferdes und auf einen Bandwurm des Schafes Taenia expansa] verwieſen, welcher 4—6, ja bis 30 m lang wird), der Verluſt an Nährſtoffen für den betr. Wirt doch auch nicht unterſchätzt werden darf. Am gefährlichſten nach dieſer Richtung dürften diejenigen Eingeweidewürmer ſein, welche ihre Nährſtoffe nicht einfach dem Darminhalt entnehmen, ſondern als Blutſauger bekannt ſind, wie dies von verſchiedenen Dochmiusarten bei Hunden bekannt iſt.
4. Endlich können einzelne Paraſiten noch mittelbar dadurch
geſundheitsſchädlich werden, daß ſie Anſteckungsſtoffe in
ſich aufnehmen und dieſe auf andere geſunde Tiere über⸗ tragen bezw. dieſen direkt einverleiben.
In dieſer Beziehung ſcheinen namentlich Inſekten, beſ. Fliegen, bei der Uebertragung des Milzbrandes, vielleicht auch der Tuberkuloſe, eine Rinder⸗ zecke bei der des Texasfiebers der Rinder ꝛc. eine Rolle zu ſpielen.
Daß bei einzelnen Paraſiten ſich dieſe verſchiedenen Wirkungen in mannigfacher Weiſe kombinieren können, ſei nur kurz erwähnt.—
Eine ſpezielle Beſprechung aller bei unſeren Hausſäugetieren vor⸗ kommenden tieriſchen Paraſiten würde den Zweck dieſes Buches über⸗ ſchreiten, es muß folgende kurze Zuſammenſtellung genügen:
I. Paraſitierende Protozoen.
Protozoen ſind die einfachſten Formen tieriſcher Lebeweſen. Sie beſtehen nur aus einer einzigen Zelle, in welcher alle jene Lebensvor⸗
ſich im Darme ebenfalls ganz enorme Maſſen der Taenia echinococcus vor. Durch die Impfung eines anderen Hundes mit Rückenmarkſubſtanz des wutverdächtigen Hundes, bei dem 14 Tage nach derſelben ebenfalls die Toll⸗ wut ausbrach, wurde indes bewieſen, daß die Anweſenheit der bezeichneten Würmer nur eine zufällige und der betreffende Hund doch wirklich toll geweſen war.


