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Johnes Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere : mit besonderer Berücksichtigung der Fütterungslehre
Entstehung
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16 Aeußere Krankheitsurſachen.

und Allesfreſſer) und hierdurch die erforderlichen Bedingungen zur Ueber⸗ tragung der Paraſiten(Invaſion) in ihren Entwicklungsformen bieten.

Während die Ektozoen ihre ganze Entwicklung auf ein und demſelben Tiere(Wirte) durchmachen, ſind die Entozoen hierbei auf mehrere Tiere der⸗ ſelben Art oder ganz verſchiedener Arten angewieſen. Bei den meiſten der⸗ ſelben findet bis zur vollſtändigen Entwicklung ein dreifacher Wirtswechſel ſtatt.

Der erſte Wirt beherbergt das geſchlechtsreife Tier und den in den Eiern desſelben enthaltenen Embryo. Letzterer verläßt die Eiſchale entweder bereits innerhalb des erſten Wirtes und gelangt mit dem Kote(bei allen Darm⸗ paraſiten) nach außen, oder er thut dies erſt außerhalb des Wirtes, nachdem das Ei auf demſelben Wege nach außen gelangt iſt. In dieſem ſogenannten embryo⸗ nalen Zuſtande verlebt der Paraſit eine gewiſſe Zeit außerhalb des Tier⸗ körpers in feuchtem Boden bezw. Waſſer, in faulenden Vegetabilien ꝛc. und wird dann erſt mit Nahrung und Getränk oder vielleicht auch durch die Atmungs⸗ luft von ſeinem zweiten Wirte aufgenommen oder wandert aktiv in den⸗ ſelben ein. In dem Körpergewebe desſelben entwickelt ſich der Embryo zu einem geſchlechtsloſen Larvenzuſtand, der ſehr raſch von einer durch das umgebende Getnebe gebildeten Kapſel eingeſchloſſen wird. Eine weitere Entwicklung zum geſchlechtsreifen Tier kann erſt dann erfolgen, wenn dieſer larvenartige Entwicklungszuſtand zufällig mit der Nahrung von einem dritten Wirte aufgenommen wird. Nur einige wenige Entozoen bean⸗ ſpruchen zu ihrer Entwicklung nur zwei Wirte, indem die aufgenommenen Embryonalformen ſich ſofort in dem zweiten zum reifen Geſchlechtstiere ent⸗ wickeln. Bei einzelnen Paraſiten(Band⸗ und Saugwürmern) vollzieht ſich die Entwicklung mit einem ausgeſprochenen Generationswechſel, indem

ſich aus dem auf geſchlechtlichem Wege erzeugten Embryonalzuſtand im zweiten

Wirte ein Individuum entwickelt, welches dem Elterntiere nicht nur voll⸗ ſtändig unähnlich iſt und unähnlich bleibt, ſondern auch die Fähigkeit beſitzt, auf ungeſchlechtlichem Wege(Teilung oder Sproſſung) Nachkommen zu er⸗ zeugen, die wiederum vollſtändig mit dem Elterntiere übereinſtimmen; Bei⸗ ſpiele hierfür bieten die Band⸗ und Saugwürmer(Leberegeh(ſ. dieſe]l.

Die tieriſchen Paraſiten können in folgender Weiſe zur Krankheits⸗ urſache werdane):

1. auf mechaniſche Weiſe, und zwar:

a) indem ſie verſchieben⸗ Kanäl le des Körpers verſtopfen und die Fortbewegung ihres Inhaltes erſchweren oder verhindern.

Der im Darme des Pferdes vorkommende Spulwurm(Ascaris mega- locephala) von 15 40 cm Länge und 8 15 mm Dicke kann bis zu 1600, ja 1800 Stück in demſelben enthalten ſein und eine vollſtändige Verſtopfung des Darmes bewirken. Duaſelhe gielt von dem im Darme bei Hunden und Katzen vorkommenden Spulwurm(Ascaris marginata) und dem daſelbſt beim Geflügel vorkommenden Geflügelſpulwurm(Heterakis vesicularis und inflexa). Ebenſo können gewiſſe Paliſſadenwürmer(Strongylus fllaria und rufescens beim Schaf, Str. micrurus beim Kalb und Str. paradoxus beim Schwein) bei verſchiedenen Hausſäugetieren, ſowie einige Syngamus⸗

*) Ausführliches hierüber ſiehe in dem vorzüglichen Werke von Zürn, Die tieriſchen Paraſiten in und auf dem Körper unſerer Haustiere, Weimar, ſowie in der kleinen Schrift von Dewitz, Eingeweidewürmer der Haustiere, Berlin, Verlagsbuchhandlung Paul Parey, 1892(2.50 M.)