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Johnes Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere : mit besonderer Berücksichtigung der Fütterungslehre
Entstehung
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14 Aeußere Krankheitsurſachen.

vor, bei oder erſt nach der Befruchtung vom bereits erkrankten Mutter⸗ oder Vatertiere auf das Ei, bezw. das ſich entwickelnde Junge(und dies gilt auch für die zeitweilig im Blute zirkulierenden Embryonen von tieriſchen Paraſiten), im letzteren Falle durch den Placentarkreislauf(ſ. S. 11) über⸗ gehen, und die Erkrankung des letzteren noch vor ſeiner Geburt veranlaſſen. Die Vererbung aller anderen weſentlichen Abweichungen in der Körperform oder in der Beſchaffenheit(Bau und Verrichtung) einzelner Organe des Körpers beſtehenden, nicht infektiöſen Krankheiten iſt hingegen nur durch die ſchon S. 9 geſchilderte Thatſache erklärbar, daß der Furchungskern, aus dem ſich das junge Lebeweſen innerhalb der Eizelle entwickelt, durch die Verſchmelzung des mütterlichen Ei⸗ und des väterlichen Spermakernes ent⸗ ſteht, alſo aus materiellen Beſtandteilen beider Eltern zuſammengeſetzt iſt. Abweichungen in der Zellenſubſtanz des männlichen oder weiblichen Vor⸗ kernes werden daher auf den Furchungskern übergehen, und die aus dieſem hervorgegangenen Furchungs⸗ oder Bildungszellen, aus dem ſich der Körper des jungen Tieres aufbaut, werden die fehlerhafte Konſtitution oder die Neigung zu fehlerhafter Anordnung erben, welche ſchon den Zellen des einen oder anderen Elterntieres eigentümlich war.

Bei allen ſcheinbar ererbten bezw. angeborenen Krankheiten iſt aber ſehr wohl zu unterſcheiden, ob die betreffende Krankheit bei dem jungen Tiere nicht doch etwa erſt nach der Geburt durch Anſteckung vom Mutter⸗ tiere aus(z. B. die Tuberkuloſe durch den Genuß der Milch aus dem tuber⸗ kulöſen Euter der Mutter oder durch Einatmen der von dieſer aus der tuberkulöſen Lunge ausgehuſteten und in der Atmungsluft enthaltenen Tuberkelbazillen) entſtanden iſt, oder ob nicht dieſelben, wie dies häufig vor⸗ kommt, nur in der Anlage, in Geſtalt einer geringeren Widerſtandsfähigkeit der betreffenden Organgewebe, einer gewiſſenorganiſchen Schwäche an⸗ geboren worden iſt, welche bei der Einwirkung äußerer ungünſtiger Ver⸗ hältniſſe erſt nach der Geburt zur Entſtehung der Krankheit führt(ſ. S. 4). Letzteres gilt namentlich für die Knochen⸗ und Gelenkkrankheiten, beſonders Spat, Schale, Ueberbeine, die viel ſeltener, wie man annimmt, eigentliche Erbfehler, ſondern meiſt nur in der Anlage(fehlerhaſte Stellung und Gelenk⸗ winklung bei geringerer Widerſtandsfähigkeit der Gewebe) angeboren worden ſind und ſpäter erſt infolge ungünſtiger Außenverhältniſſe(zu frühen oder zu ſtarken Gebrauches, beſonders auf hartem Boden) zur Entwicklung gelangen.

Mit Sicherheit iſt, natürlich mit Ausnahme der ſog. Infektions⸗ und Invaſionskrankheiten, bisher nur die Vererbung ſolcher Krankheiten nach⸗ gewieſen worden, welche bereits bei dem einen der Elterntiere vorhanden waren. Die während deren Lebenszeit erworbenen Krankheiten oder Fehler vererben in der Regel nicht(z. B. werden gewiſſen Hunderaſſen ſeit weit über 100 Jahren Ohren und Schwanz, den weiblichen Schafen ſeit Jahr⸗ hunderten der Schwanz verſchnitten, ohne daß jemals die Nachkommen bei Hunden nur als verſchwindende Ausnahme mit dieſer Verſtümmelung geboren werden).

B. Aeußere Rrankheitsurſachen.

Wie ſchon S. 1 bemerkt, beſteht das Leben in einer Reihe chemiſcher und phyſikaliſcher, ununterbrochen in den Gewebszellen ablaufender, als Lebenserſcheinungen bezeichneter Vorgänge, welche aber abhängig ſind von