Innere Krankheitsurſachen. 9
gehoben werden, ebenſo wie die entgegengeſetzten Verhältniſſe eine Steigerung derſelben bewirken können.
Vererbungstheorie. Zum Verſtändnis des vorſtehenden und der ſpäter zu beſprechenden, für die Züchtungslehre und Geſundheitspflege ſo überaus wichtigen Krankheitsvererbung iſt es nötig, hier folgendes einzufügen. Das im Eierſtock des weiblichen Individuums gebildete reife, ca. 0,20— 0,25 mm große Säugetierei, aus dem ſich infolge der Befruchtung ein neues Tier entwickeln kann, beſteht aus einem
rundlichen Ei⸗ weißkörper, dem Zellenleib oder Dotter(Fig. 2 u. 3, a) und dem hiervon umſchlos⸗ ſenen ca. 0,040 bis 0,050 mm großen Eikern, weiblichen Vor⸗ kern oder dem Keimbläschen (Fig. 1 u. 2, b)..„ Die Befruch⸗ 309.., Zig. UA. tung des ſelben Schematiſche Darſtellung des Befruchtungsvorganges. (die Conception) beſteht in der Hauptſache darin, daß eine der in der männlichen, bei der Begattung in die weiblichen Geſchlechtsorgane gelangten Samenflüſſigkeit enthaltenen Samenzellen(Samenfäden, Spermatozoen)(Fig. 2 c) in das Eichen eindringt(Fig 2d), und unter Verluſt ihres Wimperfadens und nach vorheriger Anſchwellung und Umwandlung in ein kernartiges Gebilde(Fig 3 e), den Samen⸗, Sperma⸗ oder männlichen Vorkern mit dem Eikern ver⸗ ſchmilzt. Nach Bildung dieſes, durch Vereinigung von Körperſubſtanz des weib⸗ lichen und des männlichen Tieres(des Ei⸗ und des Spermakernes) entſtandenen neuen Kernes, des ſog. Furchungskernes, entwickelt ſich nun das junge Tier aus letzterem in der Weiſe, daß ſich zunächſt der Furchungskern, dann der Zellenleib in zwei Teile oder Zellen ſpaltet, von denen jede ſich fortgeſetzt wieder in gleicher Weiſe teilt, bis ſich ſchließlich der ganze Furchungskern in eine aus vielen Tauſenden kleinen Zellen(Furchungszellen) beſtehende maulbeerförmige Kugel(Fig. 4) ver⸗ wandelt hat, aus welcher ſich unter fortgeſetzter Teilung und geſetzmäßiger Aneinanderlegung der . Furchungszellen die einzelnen Körpergewebe und Jig. 4(L). Organe entwickeln. Da die Furchungszellen aber alle Abkömmlinge des Furchungskernes ſind, welcher aus einer Vereinigung väterlicher und mütterlicher Körperſubſtanz entſtanden war, ſo müſſen natürlich auch alle Zellen des hieraus gebildeten neuen Lebeweſens mehr oder weniger große Bruchteile väterlicher oder mütterlicher Körperſubſtanz enthalten, mit welcher auch alle guten und


