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Johnes Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere : mit besonderer Berücksichtigung der Fütterungslehre
Entstehung
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8 Innere Krankheitsurſachen.

Krankheitsanlage oder Dispoſition beſitzen. Dieſelbe beruht im weſentlichen auf einer unvollkommeneren Entwickelung ihrer natürlichen Schutzeinrichtungen, bezw. in einer Schwäche der hierbei in Betracht kommenden Gewebe und Organe, welche man durch geringe, mit den gewöhnlichen wiſſenſchaftlichen Hilfsmitteln nicht nachweisbare chemiſche und phyſikaliſche Abweichungen im Baue derſelben zu erklären verſucht und als konſtitutionelle Anlage bezeichnet hat.

Der Grad der Krankheitsanlage bei den einzelnen Individuen iſt natürlich ein ſehr verſchiedener. Er kann ein ſo erheblicher ſein, daß die betreffenden Tiere oder Menſchen ſchon nach der Einwirkung be⸗ ſtimmter äußerer Einflüſſe erkranken, welche nach Art und Menge bei anderen Individuen derſelben Art nach keiner Richtung ſchädlich wirken, ſondern als ganz normale Lebensbedingungen angeſehen werden müſſen (ſog. Idioſynkraſie).

Viele Menſchen beſitzen z. B. eine auffällige Idioſynkraſie gegen Erd⸗ beeren, Krebſe ꝛc., nach deren Genuß ſie an einer entzündlichen Hautrötung, beſonders an den Händen und Armen(Erythem), erkranken. Ebenſo iſt es

bekannt, daß einzelne Kühe eine Idioſynkraſie gegen Kartoffelſchlempe inſofern

beſitzen, als ſie ſchon nach dem Genuß einiger weniger Eimer derſelben an Schlempemauke erkranken. Niemandem wird es aber einfallen, Erdbeeren, Krebſe und Kartoffelſchlempe als ſchädliche Nahrungsmittel zu bezeichnen.

Dieſe Krankheitsanlage oder Dispoſition wird als innere oder disponierende bezeichnet. Sie ſpielt inſofern eine große Rolle, als je größer ſie iſt, umſo geringer die äußeren Schädlichkeiten oder äußeren Krankheitsurſachen zu ſein brauchen, welche die Krankheit hervorrufen.

Ihrem Urſprunge nach kann die Krankheitsanlage oder Dispoſition eine erworbene(acquirierte) oder angeborene(kongenitale) ſein.

a) Sie wird erworben entweder durch Fehler in der Hautpflege, Fütterung oder im Gebrauch der Tiere, wodurch eine Schwächung des Organismus und der Leiſtungsfähigkeit ſeiner Schutzeinrichtungen bedingt wird; oder durch eine vorhergegangene Erkrankung des einen oder anderen Organes, welche deſſen Schutzeinrichtungen in ihrer Wirkſamkeit ab⸗ ſchwächte und hierdurch die Widerſtandsfähigkeit des Organismus herabſetzte.

b) Sie wird angeboren, d. h. ſie iſt ſchon bei der Geburt vor⸗

handen. Die Krankheitsanlage kann in dieſem Falle ſchon bei der Mutter vorhanden geweſen und von dieſer ſchon vor der Befruchtung auf das ſich im Eierſtock entwickelnde Ei, oder vom Vater durch letztere auf das Ei übertragen worden ſein(ererbte, bezw. germinative, ovogene oder conceptionelle Anlage). Es können aber auch die, eine angeborene Anlage erzeugenden Schädlichkeiten erſt nach der Befruchtung des ur⸗ ſprünglich geſunden Eies auf das ſich innerhalb der Gebärmutter aus dieſem entwickelnde Junge vom Muttertier aus übertragen werden(in trauterin erworbene, placogene Anlage). Die angeborene An⸗ lage kann natürlich durch vorzügliche, die Kräftigung des Organismus und eine Steigerung ſeiner Widerſtandsfähigkeit begünſtigende Pflege und Haltung des geborenen Tieres weſentlich vermindert oder vollſtändig auf⸗