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Krankheit. 5
in gewiſſen Grenzen halten und durch Ueberſchreiten der⸗ ſelben nicht zu1 Krankheitsurſache werden;
2. ſolange deſſen Organismus mſände iſt, dieſe und andere auf ihn einwirkende Geſundheitsſchädlichkeiten entweder von ſich abzuwehren her unſchädlich zu machen.
II. Rrankheit.
Trifft die eine oder andere dieſer beiden vorſtehend feſtge⸗ ſtellten Vorausſetzungen nicht zu, d. h. wirken die äußeren Lebens⸗ bedingungen zu ſtark oder zu ſchwach, oder zur unrechten Zeit und am unrechten Orte auf den Organismus ein, oder endlich ſind die von außen auf ihn einwirkenden Schädlichkeiten ſo große, daß er ſolche nicht abwehren oder unſchädlich machen kann, ſo wird der Ablauf der Lebensvorgänge entweder vollſtändig unmöglich— das Individuum ſtirbt—, oder dieſelben laufen den abgeänderten Lebensbedingungen entſprechend in abgeänderter Weiſe, d. h. zu träge oder zu ſtürmiſch bend zur unrechten Zeit oder am unrechten Orte, oder ihrer chemiſchen oder phyſikaliſchen Natur nach abgeändert und nicht mehr unter dem Gefühle körgeri lichen Wohlbehagens ab— das Individuum iſt krank.
Krankheit iſt alſo ein Zuſtand des Organismus, bei dem die Lebensvorgänge infolge äußerer abgeänderter Lebensbedingungen oder ſonſtiger auf ihn einwirkender äußerer Schädlichkeiten in abgeänderter Weiſe ablaufen. Als notwendig zum Krankheitsbegriff wird in der Regel noch voraus⸗ geſetzt, daß mit dieſer Abänderung der Lebensvorgänge eine geringere oder größere Gefahr für das Leben verbunden iſt.
Hierbei iſt wohl zu beachten, daß dieſe krankhaften, d. h. abgeänderten Lebensvorgänge ihrem Weſen nach nicht verſchieden von den regelmäßig ab⸗ laufenden des geſunden Organismus ſind. Sie verlaufen nur in anderer Weiſe, aber genau nach denſelben Geſetzen, ſo daß man die Krankheit nicht als etwas dem Körper durchaus Aetan zaltige anſehen darf. Hierfür folgendes Beiſpiel:
Schon normal finden abwechſelnd Erweiterungen und Verengerungen, ſog. wurmförmige(periſtaltiſche) Bewegungen des Darmkanals ſtatt, welche den Zweck haben, den Darminhalt, welcher durch die wäßrig⸗ſchleimige Ab⸗ ſonderung der Darmſchleimhaut in der erforderlichen Weiſe urchürnte wird, fortzubewegen bezw. nach außen zu entleeren. Beſitzt die aufgenommene Nahrung eine zu reizende Beſ ſchaffenheit, ſo wird Rinm die Schleimhaut des Darmes zu einer tärkeren Thätigkeit angeregt, ſie ſondert erheblich mehr und dünnflüſſigeren Schleim ab, welcher den Darminhalt ſtärker verflüſſigt; zugleich werden aber auch die wurmförmigen Bewegungen kräftiger und


