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Johnes Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere : mit besonderer Berücksichtigung der Fütterungslehre
Entstehung
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Geſundheit.

Unter dieſen Lebensbedingungen ſtehen oben an die Luft(bezw. der darin enthaltene Sauerſtoff, welche keinen Augenblick entbehrt werden kann, ſowie die Nahrung. Luft und Nahrung braucht der Organismus unausgeſetzt, teils zum Wiedererſatz abgenutzten oder zum Zwecke der Wärme⸗ bildung und Krafterzeugung verbrauchten Körpermaterials, oder aber zu ſeinem Wachstum bezw. zur Bildung neuer Weſen gleicher Art(Fortpflanzung). Auch das Licht und die Wärme gehören zu dieſen Lebensbedingungen, wenn ihre Bedeutung auch keine ſo unmittelbar in die Augen ſprin⸗ gende iſt.

So notwendig dieſe Lebensbedingungen nun aber für die Erhaltung des Lebens ſind, ſo dürfen ſie nach Art und Menge(qualitativ und quantitativ) doch nur innerhalb gewiſſer Grenzen auf den Organismus einwirken. Bei ſtärkerer oder ſchwächerer Einwirkung, bezw. bei einer ſonſt fehlerhaften Beſchaffenheit, würden ſie im Gegenteil den normalen Ablauf der Lebensprozeſſe nachteilig beeinfluſſen und hierdurch zu einer Geſundheitsſchädlichkeit oder Arankheitsurſache werden.

Aber nicht nur durch dieſe an ſich unbedingt nötigen Lebensreize oder äußeren Lebensbedingungen können Geſundheit, ja ſelbſt das Leben des Individuums gefährdet werden. Es können auf dasſelbe vielmehr noch eine ganze Reihe anderer Dinge einwirken, welche der Organismus desſelben nicht nur nicht zu ſeinem Leben unbedingt bedarf, ſondern die ſogar geeignet ſind, den regelmäßigen Ablauf ſeiner Lebensvorgänge unter allen Umſtänden mehr oder weniger nachteilig zu beeinfluſſen, und die ſomit ebenfalls zur Geſundheitsſchädlichkeit oder Krankheits⸗ urſache werden können.

Hierher zählen z. B. alle Gifte und Infektionsſtoffe, gewiſſe ungünſtige Verhältniſſe der Atmoſphäre, des Bodens, der Stallungen, der Art der Pflege und des Gebrauches ꝛc.

Bei der außerordentlichen Verſchiedenheit und dem ſteten Wechſel der auf den Körper einwirkenden nützlichen und ſchädlichen Außenverhält⸗ niſſe muß man ſtaunen, daß bei den bei weitem meiſten Tieren und Menſchen doch alle Lebensvorgänge in ganz regelmäßiger oder mindeſtens in einer ſolchen Weiſe ablaufen, daß hierbei das körperliche Wohlbefinden

in keiner Weiſe verändert erſcheint. Es wird dies dadurch ermöglicht,

daß jedes Tier und jeder Menſch eine Reihe höchſt ſinnreicher Ein⸗ richtungen, ſog. Selbſtſchutzeinrichtungen(ſiehe ſpeziellen Teil) beſitzt, deren Aufgabe es iſt, die Wirkung der den Körper treffenden Schädlich⸗ keiten durch gewiſſe thätige Gegenwirkungen des Organismus oder durch den eigentümlichen Bau des betreffenden Organes in der Weiſe zu be⸗ einfluſſen(zu regulieren), daß trotz ihrer Einwirkung alle Lebensvorgänge in regelmäßiger Weiſe und ohne Störungen des Wohlbefindens ablaufen, d. h. daß das Individuum geſund bleibt.

Aus alledem geht hervor, daß ein Tier ſo lange geſund bleiben wird:

1. ſolange die zu ſeinem Leben nötigen Außenbedingungen Luft, Nahrung, Licht, Wärme ſich nach Art und Menge