160 III. Die Betriebsleitung oder die Wirtſchaftsführung.
Selbſtverſtändlich genügt es nicht, daß man nur mechaniſch die erforderlichen Eintragungen in die einzelnen Bücher macht, ſondern man muß auch über deren Inhalt nachdenken. Jede Zahl oder jede ſonſtige in irgend einem Buch gemachte Angabe bietet dem über⸗ legenden Landwirt Stoff hierzu; dies beſonders, wenn er die Vor⸗ gänge und Reſultate der verſchiedenen Jahre mit einander vergleicht. Es kann dabei nicht ausbleiben, daß die Koſten und die Erträge der nämlichen Betriebsmittel oder Betriebszweige in den einzelnen Jahren ſich ſehr verſchieden hoch ſtellen. Der nachdenkende Land⸗ wirt muß ſich dann fragen, aus welchen Urſachen die Abweichungen herrühren; ob ſie in Ereigniſſen liegen, die ſeiner Einwirkung ent⸗ rückt geweſen ſind, z. B. Witterungsverhältniſſe, Veränderung in den Preisverhältniſſen, oder ob ſie in den, ſeinem freien Willen unter⸗ worfenen Maßregeln z. B. in der Art der Bearbeitung oder Düngung des Bodens, in der Art der Fütterung der Tiere u. ſ. w. begründet ſind. Hat er die Urſachen der Erſcheinungen herausgefunden, ſo iſt es verhältnismäßig leicht, auch die Mittel zu entdecken, welche zur Erzielung günſtigerer Reſultate in der Zukunft führen können. Dieſe Mittel werden ja in den einzelnen Fällen abweichende ſein müſſen; ihre Auswahl beſtimmt ſich teils nach den Grundſätzen, die in den beiden erſten Hauptabſchnitten dieſes Buches eingehend erörtert wurden, teils nach denen, die für die techniſche Handhabung des Ackerbaues und der Viehhaltung maßgebend ſind.
In vorſtehender Weiſe gehandhabt, iſt die Buchhaltung vor⸗ züglich dazu geeignet, um ſowohl über die Zweckmäßigkeit der Or⸗ ganiſation und über den geordneten Gang des Betriebes wie auch über deſſen Reſultate eine beſtändige und wirkſame Kontrolle auszuüben. Mit ihrer Hilfe kann man jeden in der Einrichtung oder in der Leitung der Wirtſchaft gemachten Fehler entdecken, andrer⸗ ſeits aber auch feſtſtellen, auf welche Urſachen die Erzielung beſonders günſtiger Reſultate zurückzuführen iſt. Daraus erſieht dann der Landwirt, was er in dem Betriebe ändern, welche Maßregeln er in Zukunft vermeiden muß; ebenſo aber auch, welche Betriebsweiſe er beſonders begünſtigen ſoll und in welcher Art er die bei dem Ackerbau und der Viehhaltung nötigen Verrichtungen ausführen ſoll, um mit möglichſt geringem Aufwand den höchſtmöglichen Ertrag zu erzielen.
Das Geſamtreſultat würde in vielen Wirtſchaften ein erheblich günſtigeres ſein, wenn darin eine ausreichende Buchführung wäre oder wenn der Betriebsleiter die vorhandene Buchführung zu den


