156 III. Die Betriebsleitung oder die Wirtſchaftsführung.
von einzelnen Gegenſtänden beſteht, die in der ganzen Wirtſchaft zerſtreut ſind und oft ihren Platz wechſeln. Eine ordnungsmäßige, ihrem Zweck entſprechende Reviſion der Maſchinen und Geräte iſt nur möglich, wenn man ein vollſtändiges Verzeichnis über das tote Inventar beſitzt. Auf Grund und an der Hand desſelben muß ermittelt werden, ob alle notierten Gegenſtände noch vorhanden und in gutem Zuſtande ſind. Dem Verbleib der fehlenden iſt nach⸗ zuforſchen; die feſtgeſtelltermaßen nicht mehr vorhandenen ſind in dem Verzeichnis zu ſtreichen, dagegen die im Laufe des vergangenen Jahres hinzugekommenen, aber in dem Verzeichnis noch nicht notierten, darin neu aufzunehmen. Mit Mängeln behaftete Maſchinen und Geräte ſind bei Seite zu ſtellen, um demnächſt einer Reparatur unterworfen oder ausgemerzt zu werden.
Einfacher vollzieht ſich die Reviſion des lebenden Inventars, der Viehbeſtände. Auch dieſe geſchieht am beſten auf Grund eines darüber geführten Verzeichniſſes, das in keiner geordneten Wirtſchaft fehlen ſollte. Es iſt feſtzuſtellen, ob die darin aufgeführten Tiere auch ſämtlich vorhanden ſind. Sollten ſich Differenzen zwiſchen dem Verzeichnis und dem wirklichen Beſtand herausſtellen, ſo ſind dieſe aufzuklären und iſt das Verzeichnis danach zu berichtigen. Nach der Reviſion iſt wieder ein ganz neues Verzeichnis ſowohl vom toten als vom lebenden Inventar anzulegen. Denn im Laufe eines Jahres treten bei beiden viele Veränderungen ein; man würde die klare Überſicht verlieren, wenn man dieſen blos durch Ausſtreichen der in Abgang gelangten oder durch Aufſchreiben der neu hinzu⸗ gekommenen Rechnung tragen wollte. Solches genügt um ſo weniger, als in den Inventarienverzeichniſſen auch der Geldwert der einzelnen Gegenſtände angegeben werden muß. Dieſer kann ſich im Laufe des Jahres änderen und ändert ſich in der Regel. Der Wert der einzelnen Maſchinen und Geräte ebenſo der Wert der älteren Tiere pflegt abzunehmen, dagegen der Wert der noch nicht ausgewachſenen Tiere zu ſteigen. In dem toten und lebenden Inventar ſteckt der größte Teil des Betriebskapitals, alſo der größte Teil des beweg⸗ lichen, zur Wirtſchaft gehörigen Vermögens des Unternehmers. Für ihn iſt es von großer Wichtigkeit, zu wiſſen, wie hoch der Geldwert desſelben ſich beläuft und ob dieſer zu- oder abgenommen hat. Eine etwaige Zunahme bedeutet eine dementſprechende Vermehrung, eine etwaige Abnahme eine dem entſprechende Verminderung des erzielten Reinertrages. Die Reviſion des Inventars wird deshalb am beſten am Schluß des Wirtſchaftsjahres oder gleich zu Beginn eines neuen


