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Leitfaden der landwirtschaftlichen Betriebslehre / von Theodor Freiherr von der Goltz
Entstehung
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die

ſind

2. Der Grund und Boden oder die Grundſtücke. 13

Boden, auch viel Pflege, alſo viel menſchliche Arbeit beanſpruchen. Den gemachten Aufwand erſetzen ſie allerdings durch ihre Erträge; ſie gewähren außerdem den Vorteil, daß ſie das Land in gut ge⸗ lockertem und ziemlich unkrautfreien Zuſtand hinterlaſſen. Für Sommergetreide bilden ſie eine vorzügliche Vorfrucht. Das weit⸗

aus wichtigſte Wurzelgewächs iſt die Kartoffel, welche nicht nur ein

maſſenhaft gebrauchtes menſchliches Nahrungsmittel bildet, ſondern

auch ein gutes Viehfutter liefert und das Rohmaterial für die Spiritus⸗ ſowie für die Stärke⸗Fabrikation abgiebt. Von der Acker⸗ und Gartenfläche des Deutſchen Reiches fielen 1893 auf die Wurzel⸗ gewächſe 16,15%; davon allein 1 1,57% oder faſt drei Viertel auf die Kartoffel.

Unter den Futterkräutern ſpielen die Kleearten und unter dieſen wieder der rote Klee die bei weitem wichtigſte Rolle. Er liefert ſehr viel und ſehr gutes Futter, das ſowohl zur Winter⸗ wie zur Sommerfütterung verwendet werden kann. Für alle Gewächſe bildet er eine vortreffliche Vorfrucht. Allerdings darf er auf dem⸗ ſelben Felde nicht oft wieder gebaut werden; auch auf gutem Boden ſoll man ihn nicht öfter, als in jedem fünften Jahre kultivieren. Luzerne und Eſparſette haben vor dem roten Klee den Vorzug, daß ſie mehrere Jahre aushalten; ſie ſtellen aber, namentlich die Luzerne, an Boden und Klima viel höhere Anſprüche. Im Deutſchen Reich nahmen 1893 die Futterkräuter 9,60% der Acker⸗ und Gartenfläche in Anſpruch; davon kamen allein auf den Klee 6,6 5%, alſo über zwei Drittel.

Zu der mit Futterpflanzen beſtellten Fläche ſind noch die zeitweiſe als Weide benutzten Ackergrundſtücke, die ſogenannten Ackerweiden, zu rechnen. Nach der Bodenſtatiſtik von 1893 nahmen dieſe 4,61% der Acker⸗ und Gartenfläche in Anſpruch. Das geſamte dem Futterbau gewidmete Ackerareal betrug alſo 9,60% 4,61% 1 4,2 1%.

Zu An Tandels⸗ und Gewerbspflanzen rechnet man eine große Anzahl ſehr verſchiedenartiger Gewächſe: Raps, Rübſen, Mohn, Leindotter, Flachs, Hanf, Tabak, Hopfen u. ſ. w. Deren Anſprüche an Boden, Düngung, Bearbeitung ſind zwar ſehr verſchieden, im allgemeinen und im Vergleich zu den Anſprüchen der übrigen Gruppen von Kulturpflanzen aber ziemlich groß. Anderer⸗ ſeits iſt der Bedarf an ihnen und damit die Nachfrage nach ihnen ſehr gering. Aus beiden Umſtänden ergiebt ſich, daß ihr Anbau kein ausgedehnter ſein kann und darf. Er wird meiſt auf kleinen