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Leitfaden der landwirtschaftlichen Betriebslehre / von Theodor Freiherr von der Goltz
Entstehung
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12 I. Die landwirtſchaftlichen Betriebsmittel.

Art und Verwendung ihrer Produkte oder auf die Anſprüche, die ſie an Boden, Düngung und Pflege machen.

Die Hauptgruppen der auf dem Acker gebauten Früchte ſind folgende:

1. Die mehlhaltigen Körnerfrüchte.

2. Die Wurzelgewächſe.

3. Die Futterkräuter.

4. Die Handels⸗ und Gewerbspflanzen.

Die mehlhaltigen Körnerfrüchte teilen ſich wieder in die beiden Untergruppen: die Halmgetreidearten und die Hülſen⸗ früchte.

Von Halmgetreidearten werden im Deutſchen Reich be⸗ ſonders vier gebaut: Weizen, Roggen, Gerſte, Hafer; davon in der Regel die beiden erſten als Winterfrucht, die beiden letzten als Sommerfrucht. Die Körner des Getreides liefern das wich⸗ tigſte Nahrungsmittel für den Menſchen, zugleich ein wertvolles Viehfutter; das Stroh gewährt zwar kein ſehr nahrhaftes, aber doch beſonders viel Futter für die Tiere. Die Getreidearten ſind im allgemeinen wenig anſpruchsvoll an Boden und Klima; überall, wo noch Ackerbau getrieben werden kann, gedeiht irgend eine der genannten Halmfrüchte. Auch ſind ihre Erträge ziemlich ſicher; zu ihrer Kultur iſt wenig menſchliche Arbeit erforderlich. Wegen dieſer mannigfachen Vorzüge bilden die Getreidearten die wichtigſte Gruppe aller Ackerbaugewächſe. Nach der Bodenſtatiſtik von 1893 nahm im Deutſchen Reiche das Getreide 5 4,3 7%, alſo über die Hälfte, der geſamten Acker⸗ und Gartenfläche in Anſpruch.

Die Hülſenfrüchte liefern auch Körner und Stroh; erſtere ſind aber zum Brotbacken weniger geeignet als die Getreide⸗ körner. Vor allem aber ſind die Hülſenfrüchte in ihrem Ertrage viel unſicherer und an Boden wie an Witterung erheblich anſpruchs⸗ voller, als die Halmfrüchte. Deshalb iſt auch ihr Anbau ein viel beſchränkterer. Nur 5,64% der Acker⸗ und Gartenfläche des Deutſchen Reiches waren 1893 mit Hülſenfrüchten beſtellt.

Die ſonſtigen mehlhaltigen Körnerfrüchte wie Buchweizen, Hirſe, Mais u. d. m. ſpielen in der deutſchen Landwirtſchaft nur eine untergeordnete Rolle. Nach der Bodenſtatiſtik von 1893 nahmen ſie 0,93% der Acker⸗ und Gartenfläche ein.

Die wichtigſten Wurzelgewächſe ſind die Kartoffeln, die Runkelrüben und Zuckerrüben. Sie alle ſind mehr oder minder anſpruchsvolle Gewächſe, die einen gut bearbeiteten und gedüngten