2. Der Grund und Boden oder die Grundſtücke. 11
wirtſchaftlich benutzten Areals auszumachen. Nach der im Jahre 1893 veranſtalteten Bodenſtatiſtik nahm im Deutſchen Reich das Ackerland in Anſpruch: 73,29% der landwirtſchaftlich be⸗ nutzten Fläche(unter Ausſchluß der forſtwirtſchaftlich und der weder land⸗ noch forſtwirtſchaftlich benutzten Fläche); 47,68% der Geſamtfläche.
Die große Ausdehnung und die faſt noch größere innere Be⸗ deutung, die dem Ackerlande zukommt, bedingen es, daß die Art ſeiner Bebauung und Benutzung vorwiegend den Charakter und den Erfolg des ganzen landwirtſchaftlichen Betriebes beſtimmt, daß es auch vorzugsweiſe die Kraft und Zeit des Betriebsleiters in Anſpruch nimmt. Allerdings trifft dies nicht für alle Gegenden und Länder in gleichem Grade zu.
Weil das Ackerland die höchſten Roherträge liefert, weil ſeine Produkte vorzugsweiſe das Nahrungsbedürfnis der Menſchen be⸗ friedigen, weil auf ihm mehr Menſchen als auf jeder anderen Kultur⸗ art nutzbringend beſchäftigt werden können, ſo muß der Umfang des Ackerareals und die Bedeutung des Ackerlandes innerhalb des land⸗ wirtſchaftlichen Betriebes in dem Maße zunehmen, als die Bevölkerung an Zahl wächſt und in ihrem Wohlſtande ſteigt. In dünn bevölkerten Ländern wird das nutzbare Areal hauptſächlich von Wäldern und Weiden eingenommen. Mit dem Wachstum der Bervölkerung pflegt eine allmälige Urbarmachung der Wälder und Umwandlung der Weideflächen in Ackerland vor ſich zu gehen, bis ſchließlich Wald und Weide auf das abſolute Wald⸗ und Weideland beſchränkt ſind.
Die Benutzungsweiſe des Ackerlandes iſt eine ſehr mannig⸗ faltige und im hohen Grade von dem Belieben des Landwirts abhängige. Auf Wieſen und Weiden wachſen nur Gräſer und ſonſtige Futterpflanzen, deren Art ſich nach der Beſchaffenheit von Boden und Klima richtet. Bei der Benutzung des Ackerlandes hat der Landwirt eine große Auswahl zwiſchen vielen Pflanzen und er muß jedes Jahr auf's neue beſtimmen, mit welchem Gewächs er jedes Grundſtück beſtellen will. Unter den zahlreichen Kulturpflanzen kann man beſtimmte Gruppen unterſcheiden, von denen jede beſondere charakteriſtiſche Merkmale hat, deren einzelne Glieder aber unter ſich viel Verwandtes aufweiſen. Die ÄAhnlichkeit der zu derſelben Gruppe gehörenden Ackerbaugewächſe bezieht ſich entweder auf die


