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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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Bodenkarten. 199

genügen. Die Breite des Profils, das wir als ein verkleinertes

Bild der Wand einer Probegrube betrachten können, braucht in der

Zeichnung nicht mehr, als 4 mm zu betragen. Die Bodenarten der einzelnen Schichten werden ſelbſtredend auch bei den Profilen mit den betreffenden Farbentönen gezeichnet;

außerdem werden die Benennungen der Bodenarten oder Klaſſen

mit den angegebenen Abkürzungen rechts neben das Profil geſchrieben. Den Stand des Grundwaſſers anzudeuten, iſt nicht ratſam, weil er wechſelt und ſich durch die Melioration der Entwäſſerung verändert.

Um neben den agronomiſchen auch den geologiſchen An⸗

forderungen ſoweit als möglich und nötig Rechnung zu tragen, kann der Name des Grundgeſteins(ohne ſymboliſche Abkürzung) unter den Fuß des Bodenprofils geſetzt werden; und zwar wird der Name in dem Falle ſchwarz unterſtrichen, wenn das Grundgeſtein

unzweifelhaft das Muttergeſtein des auflagernden Bodens,

dieſer alſo durch Verwitteruug aus jenem entſtanden iſt; im anderen

Faalle bleibt der Strich fort. Wenn das Grundgeſtein ſo tief

ſteht, daß es durch die Probegruben oder Bohrlöcher nicht erreicht wird, dann wird der Name ganz fortgelaſſen, oder er wird durch einige Punkte in der Verlängerung der Profilgrenzen von dem

Bodenprofil getrennt und mit einem Fragezeichen verſehen. Dieſe theoretiſche Ergänzung des Profils iſt jedoch nur dann zuläſſig und

von Wert, wenn das betreffende Gebiet geologiſch genau durchforſcht

iſt. Denn in der Karte ſollen grundſätzlich nur die tatſächlichen

Verhältniſſe zur Darſtellung gelangen.. Der Vollſtändigkeit wegen ſei ſchließlich noch bemerkt, daß jede

Karte mit einer ausführlichen Zeichenerklärung verſehen ſein muß,

damit ſie auch ohne den erläuternden, in einem beſonderen Büchlein beigegebenen Terxt verſtändlich iſt.

An der Hand von Tafel 1 wird man ſich eine Vorſtellung davon machen können, wie eine derartige Flur⸗ und Bodenkarte

ausſieht. Bei dem vorgeſchriebenen Format und dem feſtſtehenden Preis der Thaerbibliothekbände mußten wir leider einen ſehr kleinen Maßſtab und ein ſehr einfaches Beiſpiel wählen. Der Maßſtab iſt 1: 10 000, anſtatt daß er wenigſtens 1:2500 ſein ſollte. Hätten wir das Kärtchen viermal ſo groß darſtellen können, ſo wäre alles in richtigerem Verhältnis herausgekommen. Jetzt ſind z. B. die

kleinen Vierecke im Innern der Karte, die die Stellen der Probe⸗