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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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200 Bodenkarten. gruben 1, 2 und 3 bezeichnen, breiter als die Feldwege, ja, ſie ſind ſogar ſo breit wie die ſchmalſten Landparzellen. Trotzdem wird das Kärtchen ſeinen Zweck erfüllen.

Von der Bedeutung der Horizontalkurven und der Lage der Wege und Gräben iſt ſchon Seite 5659 die Rede geweſen.

Der Boden iſt in der ganzen Fläche Riedhumus, Humus cyperosa, Hey. Seine Mächtigkeit iſt aus den Bodenprofilen zu entnehmen, die in dem Maßſtab 1: 100 dargeſtellt ſind. Greifen

wir z. B. bei Profil 2 das Maß von Uey mit dem Zirkel ab und

halten den Zirkel auf einen gewöhnlichen Millimetermaßſtab, ſo ergibt ſich die Mächtigkeit von nicht ganz 1,30 m uſw. Unter dem Riedhumus lagert überall Seekreide, d. h. Kalk, Calx, C und unter dem Kalk folgt eiſenſchüſſiger Ton, Argilla ferruginea, A fe. Man wird ſich, wie ich hoffe, durch die Betrachtung des Kärtchens

überzeugen, daß die Bezeichnung der Bodenarten mit den Anfangs⸗

buchſtaben der lateiniſchen Benennungen ebenſo einfach wie ver⸗ ſtändlich iſt.

Damit haben wir unſere Anſichten und Grundſätze in betreff

der Technik der Bodenkartierung dargelegt, und es erübrigt nur

noch, einige Andeutungen darüber zu machen, ob und wie die Auf⸗

nahme von Bodenkarten in der Schweiz praktiſch durchgeführt werden

kann. Wegen der Mannigfaltigkeit der Terraingeſtaltung und der Beſitzverhältniſſe wird dieſes Beiſpiel auch für andere Länder von Intereſſe ſein.

Da iſt denn zunächſt hervorzuheben, daß die Herſtellung einer Bodenkarte, die die ganze Schweiz umfaßt, kaum in Frage kommen wird, weil der pedologiſchen Bearbeitung des eigentlichen Gebirgs⸗ landes zu große Schwierigkeiten entgegenſtehen. Überdies hat eine Bodenkarte der Hochgebirge und der Alpen nur eine untergeordnete praktiſche Bedeutung, weil das betreffende Land, ſofern es überhaupt benutzbar iſt, in der Hauptſache nur der Wald⸗ und Weidenutzung dient. Wir ſchließen alſo das eigentliche Gebirgsland aus und

beſchränken die Aufgabe auf die flacher und tiefer gelegenen, dem

Verkehr und der Kultur leichter zugänglichen Gebiete. Zu dieſen rechnen wir, abgeſehen von anderen kleinen Bezirken, namentlich die breiten Täler der Rhone und des Rheins, vor allem aber das große ſchweizeriſche Flachland, d. h. das Hochplateau zwiſchen Jura und Alpen, Bodenſee und Genferſee.