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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
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Humusböden. 189

In derRiedſtreu finden wir die Flora des Riedhumus⸗ bodens. Sie beſteht aus folgenden Pflanzen, die jedoch der Zahl und den Arten nach auf verſchiedenen Rieden mannigfach wechſeln.

Riedgräſer, Carex in verſchiedenen Arten. Binſen und Simſen, Juncus und Scirpus i. v. A. Gemeines Schilfrohr, Phragmites communis. Rohrglanzgras, Phalaris arundinacea. Anſehnliches Süßgras, Glyceria spectabilis.

Blaues Pfeifengras, Molinia coerulea.

Sumpf⸗Spierſtaude, Spiraea Ulmaria.

Dreiblättriger Fieberklee, Menyanthes trifoliata. Gemeiner Weiderich, Lythrum Salicaria.

Orchis, Orchis in verſchiedenen Arten.

Hahnenfuß, Ranunculus i. v. A.

Sumpf⸗Läuſekraut, Pedicularis palustris(ſchädlich!) uſw.

Dazu kommen niedrig wachſende Pflanzen, die in die Riedſtreu nicht hineingelangen, weil ſie von der Senſe nicht gefaßt werden, die aber in vielen Fällen zur Entſtehung des Riedhumus weſentlich beitragen, wir meinen die Moos⸗ oder Hypnum-Arten, die in Ge⸗ ſtalt von mehr oder minder ausgedehnten Raſenpolſtern(Bülten) eine unſichere Brücke auf dem Sumpfwaſſer bilden, unterſinkend ver⸗ modern oder vertorfen und den Standort für die vorhin aufgezählten Riedpflanzen vorbereiten. Die Hypnum-Arten dürfen nicht mit den Sphagnum-⸗Arten verwechſelt werden, denn dieſe fehlen in kalkhaltigem Waſſer gänzlich, ſind alſo an der Bildung des Riedhumus in keiner Weiſe beteiligt.

Was die Baumflora betrifft, ſo finden wir große Flächen von Riedhumus(Riedtorf, Riedmoor), die ganz frei von Bäumen ſind. Doch ſiedeln ſich Weiden und Erlen häufig auf dieſer Bodenart an; daneben auch Föhren und Birken. Die Pyramidenpappeln, die da und dort aus den Rieden emporragen, ſind gewöhnlich angepflanzt worden.

Die landwirtſchaftlichen Kulturpflanzen gedeihen auf dem Ried⸗ humus gewöhnlich nicht, um ſo weniger, je naſſer er liegt und je mehr die Humusſubſtanz vorherrſcht vor der Mineralſubſtanz. Wird jedoch der Boden trocken gelegt und durch Zufuhr von Sand, Mergel und Mineraldünger verbeſſert(vergl. S. 150), ſo läßt er ſich zum Anbau der Futtergewächſe, namentlich der Gräſer, ſehr wohl