190 Die Bodenarten.
benutzen, trägt dann auch Hafer, Roggen, Raps und Rübſen, Lein,
Kohl, Kohlrüben, Kartoffeln uſw.
5. Klaſſe: Mooshumus.
Unter der Benennung Mooshumus verſtehen wir die Boden⸗ bildung, die ſonſt gewöhnlich als Hochmoor bezeichnet wird. Da⸗ neben ſind die Ausdrücke: Moos und Torf im Gebrauche, ſo daß der Riedhumus mit dem Mooshumus zuſammengeworfen wird. Dieſe Verwirrung und Verwechſlung iſt zu entſchuldigen, weil Ried⸗ und Mooshumus ſehr oft in demſelben Moore vorkommen und die Bedingungen für die Entſtehung der einen oder der anderen Humus⸗ art erſt in der neueren Zeit näher und beſtimmter erkannt worden ſind.*)
Der Mooshumus bildet ſich nämlich ſehr häufig, vielleicht immer auf einer Unterlage von einer anderen Humusart. Dieſe Unterlage beſteht gewöhnlich aus Riedhumus, in anderen Fällen aus Waldhumus.(Vergl. Abb. 12.)
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Abb. 12. Schematiſierter Querſchnitt durch ein Torflager.— Ein Seebecken hat ſich mit
Riedtorf ausgefüllt, deſſen Oberfläche horizontal liegt. Auf dem Riedtorf hat ſich durch Wucherung des Torfmooſes ein Lager von Moostorf gebildet, deſſen Oberfläche gewölbt iſt.
Bedingung für die Entſtehung des Mooshumus iſt weiches, d. h. kalkarmes, Waſſer. Solange alſo ein Torfmoor von kalkhaltigem Waſſer benetzt wird, iſt die Entſtehung des Moos⸗ humus ausgeſchloſſen; ſobald aber das Torfmoor ſich ſoweit erhöht
hat, daß die oberſte Schicht von dem kalkhaltigen Waſſer nicht mehr
8 erreicht, ſondern nur noch von weichem Waſſer angefeuchtet wird, das durch Kapillarität aufſteigt oder als Regen niederfällt, dann ſiedeln ſich auf der Oberfläche des Riedhumus die Torfmoos⸗
*) J. J. Früh, Über Torf⸗ und Dopplerit, Zürich 1883.—
A. Nowacki, Die Streunot und die Mittel zu ihrer Abhülfe, mit be⸗
ſonderer Berückſichtigung der Ried⸗ und Moosſtreu, Aarau 1887.
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