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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
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Humusböden.

Eher kann es gerechtfertigt ſein, ihn in waſſergefährlichen Lagen zur Korbweidenzucht zu verwenden. Wird anderweitige Holz⸗ kultur bezweckt, die ſich ja bis zu einem gewiſſen Grade mit der Grasnutzung verbinden läßt, ſo kann nur Weichholz in Frage kommen, weil der lockere, ſchwammige Humusboden, auch bei milder

Beſchaffenheit, für die Produktion von Hartholz ſich nicht eignet,

indem die Bäume zu ſchwelgeriſch wachſen und leicht rotfaul werden. Auch für die Wurzeln der Obſtbäume bildet er keinen geeigneten

Standort.

3. Klaſſe: Waldhumus. Im Walde der tieferen und mittleren Lagen beſteht der Ober⸗ grund gewöhnlich nicht aus eigentlichem Humusboden, ſondern,

ähnlich wie auf dem Acker⸗ und Wieſenlande, aus humushaltigem

oder humoſem Mineralboden; doch pflegt ſich in feucht und kühl gelegenen Laubwäldern, namentlich aber in alten Nadelholzbeſtänden des Hochgebirges eine Schicht von Humus anzuſammeln. Das Material hierzu liefern die abfallenden Blätter und Nadeln, die abgeſtorbenen Stämme, Stöcke, Zweige zuſammen mit dem Moos und den anderen im Schatten der Bäume wachſenden und vermodernden Pflanzen.

In der niederen Laubwaldregion hat der Waldhumus, ſo⸗ fern der Boden nicht an Verſumpfung leidet, eine milde Beſchaffen⸗ heit, ähnlich wie der Acker⸗ und der Grashumus. In der höheren Nadelholzregion iſt er reicher an Säure, ähnlich wie der

Ried⸗ und der Mooshumus(Klaſſe 4 und 5); ferner enthält

der Humus des Nadelwaldes in höheren und tieferen Lagen viele Harzteile und nähert ſich dadurch dem Heidehumus(Klaſſe 6 der Humusböden). Je nach den Verhältniſſen kommen im Walde auch Ablagerungen von wirklichem Ried⸗, Moos⸗ oder Heidehumus vor, die jedoch durch den Laubanfall uſw. ſtets eine größere oder geringere Beimengung von Waldhumus erhalten.

Abgeſehen von dieſen beſonderen Vorkommniſſen iſt die in der

Regel nur ſchwache Humusdecke für den Wald von höchſtem Nutzen, denn ſie konſerviert die Feuchtigkeit, erhält die Oberfläche des Bodens

locker, zugänglich für die Luft, erſetzt hierdurch bis zum gewiſſen

Grade die Beackerung, und ſie bildet zugleich eine Nahrungsquelle für die Wurzeln der Waldbäume, die namentlich ihren Bedarf an Stickſtoff direkt oder indirekt aus dem Humus beziehen.

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