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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
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184 Die Bodenarten.

eigentliche Humusböden mit einem Humusgehalt von 20% und darüber.

Nichtsdeſtoweniger iſt das Vorkommen dieſer Art von Humus landwirtſchaftlich ſo wichtig, daß ſie eine beſondere Erwähnung und Beachtung verdient. Der milde Acker⸗ und Gartenhumus kann durch die Kultur, namentlich durch reiche Stallmiſtdüngung faſt auf

allen Bodenarten der Stein⸗, Sand⸗, Lehm⸗, Ton⸗, Mergel⸗ und

Kalkbodengruppe entſtehen. Da wir hierauf bei Beſprechung dieſer Gruppen keine Rückſicht genommen haben, um die Bodenklaſſen nicht allzuſehr zu vermehren, ſo war es um ſo notwendiger, auf das Vorkommen dieſer Humusart an dieſer Stelle ausdrücklich hin⸗ zuweiſen.

Wir bemerken noch, daß man den Gehalt des Acker⸗ und Gartenlandes an mildem Humus am einfachſten auf die Weiſe be⸗ urteilt, daß man die Tiefe der Ackerkrume mißt und außerdem mit

Lackmuspapier feſtſtellt, daß der Boden frei von Säure iſt.(Vergl.

S. 138). Auch der normale und üppige Stand der Kulturpflanzen

iſt ein guter Maßſtab zur Beurteilung des Bodens in der ange⸗

regten Beziehung.

2. Klaſſe: Grashumus.

In reichlicherer Entwicklung, als in dem Acker⸗ und Garten⸗ lande, treffen wir den Humus in den gedüngten Grasländereien oder Matten, wie wir ſie in der Schweiz in großer Ausdehnung beſitzen, weil das Grasland vom Pfluge verſchont und demzufolge die Zerſetzung und Oxydation des Humus in der dichtgeſchloſſenen und ſich fort und fort neu verjüngenden Raſennarbe mehr auf⸗ gehalten wird, als in dem oft gelockerten, dem Zutritt der Luft

geöffneten Acker⸗ und Gartenlande. Demgemäß erreicht die Krume

auf unſeren Güllewieſen gar nicht ſelten die Mächtigkeit von 30 bis 50 cm. Aber auch hier beſteht die dunkelgefärbte obere Schicht, meiſt allmählich und verwaſchen übergehend in den hellergefärbten Untergrund, für gewöhnlich nicht aus eigentlichem Humusboden, ſondern aus humushaltigem oder humoſem Mineralboden, deſſen Gehalt an Humus, von oben nach unten abnehmend, wohl nur ſelten auf 10% anſteigt. Der Oualität nach ſteht dieſe Humus⸗ art dem Acker⸗ und Gartenhumus nahe; wir nennen ſie, weil ſie auf dem Grasland vorkommt, Grashumus.

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