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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
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Humusböden. 183

Kalk, ſeltener mit Steinbrocken oder größeren Geröllen in ver⸗ ſchiedenen Mengeverhältniſſen ausgefüllt.

Während ein Humusgehalt von 5 20% für alle Bodenarten (Stein⸗, Sand⸗, Lehm⸗, Ton⸗, Mergel⸗ und Kalkböden) günſtig iſt, wird ein Humusgehalt von 20% und darüber, wie er in den Humusböden vorkommt, mehr und mehr vom üÜbel. Namentlich geſtalten ſich dann die phyſikaliſchen Eigenſchaften des Bodens derart, daß ſie den Anforderungen der Kulturpflanzen nicht genügen. In chemiſcher Beziehung ſind die Humusböden gewöhnlich reich an feſter gebundenem, aber doch aufſchließbarem Stickſtoff, arm da⸗ gegen an Phosphorſäure und anderen mineraliſchen Pflanzen⸗ nährſtoffen. Jedoch iſt die Fruchtbarkeit auch in dieſer Gruppe ſehr verſchieden, was am kürzeſten und überſichtlichſten in der Klaſſifikation der Humusbodenarten beſprochen wird.

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1. Klaſſe: Acker⸗ und Gartenhumus.

Jeder Boden, auf und in dem Pflanzen und Tiere leben und ſterben, erhält eine Beimengung von vegetabiliſch⸗animaliſchem Moder. Das iſt namentlich der Fall, wenn der Menſch gezähmte Tiere herden⸗ weiſe auf dem Lande weidet, Nutzpflanzen anbaut, die Wurzeln und Stoppeln uſw. dem Kulturlande beläßt und überdies noch vege⸗ tabiliſch⸗animaliſchen Stalldünger uſw. hinzufügt.

Kann ſich das organiſche Material, unter Bedingungen, wie ſie in den oberen, bearbeiteten Schichten des Bodens in unſerm Klima gewöhnlich gegeben ſind, bei genügendem Luftzutritt, hin⸗ reichender Feuchtigkeit und mäßiger Wärme langſam und allmählich zerſetzen, ſo entſteht der Acker⸗ und Gartenhumus, der eine

milde Beſchaffenheit beſitzt und das mineraliſche Erdreich in dem

Maße fruchtbarer macht, als er reichlicher beigemengt wird. Sein Vorhandenſein erkennt man an der mehr oder weniger dunklen

Farbe des Obergrundes.(Ackerkrume, Muttererde.)

Indeſſen beträgt die Menge dieſes vegetabiliſch⸗animaliſchen Humus, der demrohen undtoten Untergrunde fehlt, auch in dem Obergrunde in der Regel nur einige, meiſt unter, ſelten über

5% von dem Gewicht des Bodens, ſo daß auf dem angedeuteten

Wege zwar humushaltige, unter günſtigen Verhältniſſen auch

humoſe Bodenarten gebildet werden, ſelten oder niemals aber