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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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. 182 Die Bodenarten.

beſtand, gegen 80%. Ebenſo ungünſtig für die Pflanzenkultur wie die vorige Klaſſe.

6. Klaſſe: Reiner Kalk⸗ und Kreideboden.

Beſteht faſt ganz aus Kalk. Findet ſich auf Kalk⸗ und Kreide⸗ felſen ſowie auch in Seebecken und Talkeſſeln, die noch zum Teil vom Waſſer bedeckt oder mit Torf ausgefüllt ſind, als ſogenannte Seekreide oder Wieſenkalk. In dieſem Falle ſind der erdigen Kalk⸗ maſſe gewöhnlich zahlreiche Schneckengehäuſe(herrührend von Süß⸗ waſſer⸗Konchilien) beigemengt, die der Hauptſache nach gleichfall⸗ aus kohlenſaurem Kalk beſtehen.

Fruchtbarkeit des reinen Kalk⸗ und Kreidebodens gering oder ſehr gering. Doch iſt er zur Melioration kalkarmer Böden, Lehm

Ton und Humus, mit Vorteil zu verwenden.

Anhang. Gipsboden.

Als Verwitterungsprodukt auf Gipsfelſen ſelten vorkommend. 1 Enthält als charakteriſtiſchen Beſtandteil Gips, d. i. ſchwefelſauren

Kalk.

Bringt im Gegenſatz zu dem gewöhnlichen Kalkboden wenig oder keine Kleearten hervor. Das Wachstum der meiſten Pflanzen, die ſich auf ihm anſiedeln, iſt kümmerlich. Nur eine einzige Pflanzen⸗ gattung, die verſchiedene Arten von Gipsophila umfaßt, zeigt einen

freudigen Wuchs. Der Gipsboden gehört mit zu den ſchlechteſten

Bodenarten.

VII. Hauptgruppe: Humusbodenarten.

Nach der S. 161 gegebenen Überſicht ſtellen wir in die VII. Hauptgruppe die Bodenarten, bei denen der Gehalt an Humus über 200% beträgt. Dieſe 20% ſind Gewichtsprozente. Da aber das ſpezifiſche Gewicht des Humus zu dem der mineraliſchen Bodenbeſtandteile ſich etwa verhält wie 1:2,5, ſo entſprechen obige 20 Gewichtsprozente ungefähr 50 Volumprozenten, d. h. bei den Humusböden fällt mindeſtens die Hälfte des Raumes, den die Boden⸗ maſſe einnimmt, der Humusſubſtanz zu. Der übrigbleibende Raum iſt zum Teil mit Waſſer oder Luft, zum Teil mit Sand, Ton,