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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
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176 Die Bodenarten.

nach ungleichmäßig aufbrauſen, dennoch mit in die Gruppe der

Mergelbodenarten, wenn der Kalkgehalt der Feinerde nicht über 50% beträgt, wenn ſie alſo nach ihrem Geſamtverhalten beſſer hier⸗ her paſſen als in die Gruppe der Kalkböden. Denn für unſere Einteilung iſt weniger der geologiſche Urſprung als die chemiſch⸗ phyſikaliſche Beſchaffenheit der Bodenarten maßgebend.

Deshalb erſcheint es uns auch nicht ratſam, die Mergelböden mit den Sand⸗, Lehm⸗ und Tonböden zu vereinigen, weil ſie ſich in ihren chemiſch⸗ phyſikaliſchen Eigenſchaften und demgemäß auch in ihrem Verhalten gegen die Pflanzen von den bereits abgehandelten Bodengruppen deutlich unterſcheiden. Daß zwiſchen den entſprechenden Bodenarten, z. B. zwiſchen Ton und Tonmergel, zwiſchen Lehm und Lehmmergel uſw., Übergangs⸗ oder Zwiſchenſtufen vorkommen, iſt kein ſtichhaltiger Einwand gegen unſere Einteilung, denn wenn man dieſem Einwande vollſtändig Rechnung tragen wollte, ſo käme man ſchließlich dahin, alle Bodenarten in eine einzige Gruppe zuſammen⸗ zufaſſen, und damit ginge der Hauptzweck der Bodenklaſſifikation, der darin beſteht, ſich unter den verſchiedenen Vorkommniſſen leicht und ſicher zurechtzufinden, ganz oder größtenteils verloren.

In der Schweiz und den Nachbarländern ſind die Mergel⸗ böden ſehr verbreitet. Sie bilden hier oft den Ober⸗, oft auch den Untergrund.

Ihre Fruchtbarkeit iſt im allgemeinen hoch. Dies beruht zum Teil auf ihrem natürlichen Reichtum an Pflanzennährſtoffen, nicht minder aber auf ihren günſtigen phyſikaliſchen Eigenſchaften. Eine hervortretende Eigenſchaft iſt ihre Tätigkeit, die auf den Kalkgehalt zurückzuführen iſt. Wegen des Kalkgehaltes begünſtigen ſie beſonders das Wachstum der kleeartigen Pflanzen: Rotklee, Luzerne und Eſpar⸗

ſette uſw. Und auf dem Kalkgehalt, der in der Regel von Phosphor⸗

ſäure begleitet iſt, ſcheint es auch zu beruhen, daß alle Gewächſe der Mergelböden geſund, ſtoffreich und nahrhaft ſind.

Nach der Ertragsfähigkeit kann man die Mergelböden abteilen wie folgt:

1. Klaſſe: Humoſer Tonmergelboden.

Der humoſe Tonmergelboden iſt dem humoſen Tonboden ähnlich, aber bei gleicher Tiefgründigkeit noch günſtiger für das Pflanzenwachstum, als dieſer. Die Bearbeitung iſt zwar auch bei