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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
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Kalkböden. 177

ihm ſchwierig, doch zerfällt der humoſe Tonmergel, wie alle Mergel⸗ böden, dem Winterfroſt ausgeſetzt, in ſehr vollkommener Weiſe.

Er trägt dieſelben Pflanzen, die wir bei dem humoſen Ton⸗ boden erwähnt haben. Kleeartige Gewächſe, beſonders Luzerne, ſind hier jedoch ſicherer, als dort. Auch die Qualität der Produkte iſt hier im allgemeinen beſſer.

2. Klaſſe: Gemeiner Tonmergelboden.

Er entbehrt des hohen Humusgehaltes, iſt aber trotzdem bei angemeſſener Behandlung und Düngung ein ſehr tragbarer Boden. Er nähert ſich in ſeinen Eigenſchaften dem kalkhaltigen Tonboden, ſteht jedoch insder Ertragsfähigkeit eine Stufe höher, als dieſer.

Sein Verhalten gegen die Pflanzen läßt ſich kurz mit folgenden Worten kennzeichnen: Vorzüglicher Klee⸗, Luzerne⸗, Weizen⸗ und Rapsboden.

3. Klaſſe: Humoſer Lehmmergelboden. 4. Klaſſe: Lößartiger Lehmmergelboden.(Lößmergel.)

5. Klaſſe: Gemeiner Lehmmergelboden.

Bei Vergleichung mit den entſprechenden Klaſſen der Lehm⸗ bodengruppe ergibt ſich die Beurteilung dieſer Mergelböden aus ihrer Benennung. Es iſt kaum nötig, hervorzuheben, daß die Lehm⸗ mergelböden mit zu den beſten Bodenarten gehören. Die Sicherheit der Ernten in naſſen wie in trocknen Jahren und die vorzügliche Qualität der Produkte macht ſie beſonders wertvoll.

Das Getreide: Weizen, Roggen, Gerſte uſw., wird hier dünn⸗ ſchalig und ſchwer im Korn. Lein und Hanf liefern einen vor⸗ trefflichen Baſt. Der Hopfen enthält viel Lupulin. Zuckerrüben ſind zuckerreich. Klee, Luzerne und Futtergräſer zeichnen ſich aus durch Nahrhaftigkeit und Gedeihlichkeit; ebenſo verhält es ſich mit dem Stroh der Halm⸗ und Hülſenfrüchte. Daß dieſe Böden(bei an⸗ gemeſſener klimatiſcher Lage) auch einen guten Wein ſowie ſchmack⸗ haftes Obſt und feſtes Holz erzeugen, verſteht ſich von ſelbſt.

Nowacki, Bodenkunde. 6. Auflage. 12