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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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172 Die Bodenarten.

4. Klaſſe: Schwerer Lehmboden.

Enthält mehr Ton, als der gemeine Lehmboden. Gehalt an abſchlämmbarem Ton gegen 50% oder ſogar noch etwas höher. Dadurch wird er in ſeinen Eigenſchaften dem Tonboden ähnlich. Oft Drainage oder Beetkultur erforderlich.

Von den Kulturpflanzen ſind Weizen, Spelz und Hafer hier ſicherer, als Roggen und Gerſte. Runkel⸗ und Kohlrüben ſicherer, als Kartoffeln.

Sehr gut gedeihen die Futtergräſer. Auch die Kleearten, wenn

die Lage nicht zu naß. Immerhin iſt Baſtardklee und Rotklee

ſicherer, als Luzerne und Eſper, und Kleegrasſaat viel ſicherer, als Reinſaat von Klee.

Von Unkräutern zeigen ſich auf dem ſchweren Lehmboden in naſſen Jahren oder in feuchten Lagen auf dem Ackerlande beſonders Roggentreſpe, Bromus secalinus, und gemeines Riſpengras, Poa

trivialis; auf dem Wieſenlande die Hahnenfußarten, Ranunculus

acer u. a.

5. Klaſſe: Naßkalter Lehmboden. Oft eiſenſchüſſig. Untergrund undurchläſſig. Daher Drainage

oder Beetkultur notwendig.

Sicherſte Frucht: der Hafer. Von der Winterung: Spelz ſicherer, als Weizen und Roggen. Kartoffeln viel unſicherer, als Runkel⸗ und Kohlrüben.

Futtergräſer, wie Timothe, Honiggras und Knaulgras kommen

zwar fort, liefern aber ein wenig nahrhaftes Futter. VVon Kleearten gedeiht hier nur der Baſtardklee und auch der nicht ſicher. Häufige Unkräuter ſind Schachtelhalm auf dem Ackerlande und Riedgräſer, Moos, Herbſtzeitloſe auf dem Wieſenlande.

6. Klaſſe: Sandiger grandiger ſteiniger Lehmboden.

Erheblich magerer, als der gemeine Lehmboden. Gehalt an abſchlämmbarem Ton nur 20 30%; das übrige iſt Sand, Grand, Kies, Grus oder grobes Gerölle, in dem Sinne, daß entweder nur einer oder mehrere von den zuletzt genannten Gemengteilen vor⸗