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Lehmböden. 171
Rainfarn, Tanacetum vulgare. Wilde Möhre, Daucus Carota.
Roßkümmel, Anthriscus silvestris.
Wieſenkümmel, Carum Carvi u. a. m.
Zur Erläuterung bemerken wir, daß dieſe Pflanzen nicht allein auf dem gemeinen Lehm, ſondern auch auf anderen Lehmbodenarten wachſen. Sie ſind auch nicht ausſchließlich auf die Lehmböden an⸗ gewieſen, ſondern ſie gehen auf verwandte Bodenarten, beſonders auf Tonboden, Ton⸗ und Lehmmergelboden und lehmigen Sand⸗ boden über. Immerhin wird man dort, wo viele oder mehrere von ihnen, oder wo einige von ihnen in Menge, d. h. in zahlreichen Exemplaren, vorkommen, zunächſt einen Lehmboden, und zwar häufiger mit als ohne Mergelunterlage, vermuten dürfen.*)
Was die Waldbäume betrifft, ſo finden wir auf Lehm und ver⸗ wandten Bodenarten wildwachſend und kultiviert beſonders harte Laubhölzer: Eichen, Buchen, Eſchen, Ahorne, Ulmen. Daneben auch gewiſſe Nadelhölzer: Rottannen, Weißtannen und Lärchen, bald in reinen, bald in gemiſchten, d. h. aus Laub⸗ und Nadelholz zu⸗ ſammengeſetzten Beſtänden. Wo wir aber bemerken, daß die Föhre,
Pinus silvestris, den vorherrſchenden oder alleinigen Beſtand bildet, da
werden wir in der Regel einen leichteren Boden(Sand, Kies) an⸗ ſtehend finden, denn im Naturwalde gewinnt die Föhre an den trocknen ſandigen und kieſigen Stellen die Oberhand über den ſonſtigen Anflug, und im Kulturwalde beſetzt der Menſch derartige Stellen ebenfalls mit der Föhre, weil er aus Erfahrung weiß, daß dieſer Waldbaum hier beſſer gedeiht als alle anderen.— Bei dieſer Gelegenheit wollen wir auf eine Täuſchung aufmerkſam machen, die
leicht begegnen kann. Man findet nämlich zuweilen im ſchieren
Sande alte kräftige Eichen und könnte durch dieſe Erſcheinungen zu der Meinung kommen, daß die Eiche eine„ſandliebende“ Pflanze ſei. Dem iſt aber nicht ſo. Die Eiche wurzelt in ſolchen Fällen im Lehm oder Lehmmergel, und der Sand, der ihn bedeckt, iſt im Laufe der Jahrzehnte vom Winde darüber geweht worden, den Stamm der Bäume mehr und mehr begrabend.
*) Die Mächtigkeit des in der Natur vorkommenden Lehmbodens be⸗ trägt oft weniger als 1 m, ſo daß die tiefwurzelnden Gewächſe den unter dem Lehm anſtehenden Mergel erreichen können.


