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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
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Grusböden. 163

I. Hauptgruppe: Steinbodenarten. Steine verſchiedener Art, Form und Größe bilden den Haupt⸗ beſtand, über 80%. Feinerdige Teile(Ton, Kalk, Humus) fehlen ganz oder treten an Menge ſehr zurück. Verwitterungsböden oder Schwemmlandsböden.

I. Unterabteilung. Grusböden(Trümmer⸗, Schotter⸗, Schuttböden). Kenntlich an der unregelmäßigen, eckigen, muſcheligen, ſplitterigen oder ſchieferigen Geſtalt der Steine. Die Grusböden, auch Trümmer⸗, Schotter⸗ oder Schuttböden genannt,

entſtehen als erſtes Produkt der Verwitterung aus den verſchiedenſten

Geſteins⸗ oder Felsarten(Verwitterungsböden).

Wir finden ſie beſonders häufig im Hochgebirge, wo ſie die Schutthalden bilden. Doch beſtehen nicht alle Schutthalden aus Grusboden, da manche Felsarten, namentlich Mergelgeſteine, bei der Verwitterung ſehr bald einen erdigen Boden liefern, während andere Felsarten, namentlich die Sandſteinfelſen, bei der Ver⸗ witterung alsbald in Sand zerfallen. Verwitterungsprodukte dieſer Art gehören dann nicht in die I. Hauptgruppe, ſondern in die II., III., IV., V. oder VI. Hauptgruppe der Bodenarten.

Die Fruchtbarkeit der Grusböden iſt im allgemeinen gering. Je mehr der Gehalt an Feinerde zunimmt, ſei es durch Ver⸗

witterung, ſei es durch Aufſchlämmung, ſei es durch Humusbildung,

veranlaßt durch niedere Pflanzen, Flechten, Mooſe uſw., deſto mehr hebt ſich die Fruchtbarkeit.—

Hiernach kann man die Grusböden in folgende drei Klaſſen bringen:

1. Klaſſe: Humoſer Grusboden. Gemenge von Geſteinsgrus und Humus. Auf den Alpen und

im Hochgebirgswald vorkommend. In jenen feuchten Lagen mäßig fruchtbares Wald⸗ und Weideland.

2. Klaſſe: Lehmiger oder mergeliger Grusboden. Feinerdige Teile(Ton oder Ton und Kalk) zwiſchen dem Ge⸗

ſteinsgrus deutlich bemerkbar, aber an Menge ſo gering(5— 20%, 11*