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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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1686868686 Die Bodenarten.

andererſeits enthalten die Lehmbodenarten mindeſtens 20% Ton, ſie ſollen aber nicht über 50% enthalten, weil mit dieſer Prozent⸗

zahl die untere Grenze der Tonbodenarten überſchritten wird. — Ahnlich verhält es ſich mit dem Kalk. Der Kalk iſt der charakteriſtiſche Beſtandteil der Mergelböden; dieſe müſſen, wie

die Tabelle beſagt, mindeſtens 5%, ſie können aber auch 10, 20, 30, 40% Kalk enthalten; ſteigt jedoch der Kalkgehalt über 50%, ſo gehört die Bodenart nicht mehr in die Gruppe der Mergel⸗, ſondern in die Gruppe der Kalkbodenarten uff.

Alle in der Tabelle angegebenen Minimalzahlen geſtatten einen Spielraum nach oben und nach unten, was wir mit dem Wörtchen „circa“ angedeutet haben.

Die Abgrenzung der Hauptgruppen gegeneinander iſt bis zu einem gewiſſen Grade willkürlich, da eine Gruppe in die andere übergeht und ſcharfe Grenzen in der Natur nicht vorhanden ſind. Wir hoffen aber, daß unſere Einteilung mit der natürlichen Ver⸗ ſchiedenheit der Bodenarten, insbeſondere mit der Abſtufung nach ihren chemiſch⸗phyſikaliſchen Eigenſchaften und nach ihrem Verhalten gegen die Pflanzen ſich möglichſt deckt, und daß ſie zugleich einfach,

klar, überſichtlich und auch umfaſſend iſt. Alle auf der Erde vorkommenden Bodenarten, ſo verſchieden ſie im einzelnen auch ſein mögen, werden ſich in eine der genannten ſieben Hauptgruppen einreihen laſſen. Wenigſtens iſt es für prak⸗ tiſche Zwecke nicht nötig, eine größere Zahl von Hauptgruppen zu bilden. Dagegen iſt es zweckmäßig und durchführbar, in den Haupt⸗ gruppen einige Unterabteilungen und Klaſſen zu unterſcheiden, ſo daß man im ganzen etwa 40 Bodenarten erhält. Eine zu weit

gehende Spezialiſierung iſt vom Üübel. Denn ſchon der altrömiſche

Schriftſteller Columella ſagt:„Es iſt nicht Sache der Wiſſenſchaft,

ſich weitläufig über die unzähligen Varietäten des Bodens zu ver⸗

breiten, ſondern einzudringen in die Gattungen und Arten, die

durch den Verſtand und durch Worte leicht gefaßt werden können.“

Ob wir dieſer Vorſchrift überall nachgekommen ſind, mag der ge⸗ neigte Leſer entſcheiden.

Wir laſſen nun die Beſchreibung der Hauptgruppen nebſt ihren Unterabteilungen und Klaſſen folgen.

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