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Pflanzennährſtoffe. 159
wäre. Gerade dieſer Pflanzennährſtoff iſt geeignet, die Ernten mächtig zu ſteigern; die Wirkung iſt oft augenfällig. Doch hat man nach der Art der anzubauenden Pflanzen und auch nach der Art des Bodens ſorgfältig zu unterſcheiden.
Was zuerſt den Boden betrifft, ſo ſind Verſuche mit Stickſtoff auf allen normalen Böden am Platze, nur der Humusboden (Torf, Moor uſw.) bedarf bei ſonſt paſſender Behandlung der Stick⸗ ſtoffdüngung oft gar nicht. Man merke ſich die Erfahrungen, die Rimpau bei ſeinen großartigen Moorkulturen gemacht, und die auf das offene und beachtenswerte Bekenntnis hinausliefen: Ich habe Tauſende von Talern für den Stickſtoff verſchwendet.
Was zweitens die Pflanzen anlangt, ſo kann man die Er⸗ fahrungen der Landwirte in folgende Sätze zuſammenfaſſen:
a) Auf kleeartige Gewächſe und Hülſenfrüchte, auf die„Stick⸗ ſtofffammler“, äußert die Stickſtoffdüngung meiſt gar keine Wirkung.
b) Dagegen unterſtützt der Stickſtoff das Wachstum des Rapſes, der Kohlarten, der Futterrunkeln und Futterrüben ſowie der Futter⸗ gräſer mit Einſchluß von Futtermais und Futterroggen in auffallender
Weiſe, und dieſe Gewächſe können nicht leicht mit Stickſtoff über⸗
düngt werden.
c) Bei dem Getreide, das Körner liefern ſoll, iſt der Stickſtoff zwar ebenfalls ſehr wirkſam, aber hier hat man zu ſtarke Stickſtoff⸗ düngung zu vermeiden, weil ſonſt die Halme zu geil wachſen und ſich lagern.
d) Auch Kartoffeln und Zuckerrüben vertragen nur eine mäßige Düngung mit Stickſtoff.
Für einen kleineren Düngungsverſuch, der die Prüfung der vermehrten Stickſtoffzufuhr bezweckt, eignet ſich am beſten der Chile⸗ ſalpeter. Man berechnet, je nach dem Düngungszuſtande des Bodens und je nach der Art der Kulturpflanzen, 100— 300 g pro 10 qm oder 100— 300 kg pro Hektar. Dieſes Quantum, reichlich und gleichmäßig mit Erde gemengt, wird aber nicht mit einem Male, ſondern in zwei oder drei Portionen geteilt, zur Überdüngung in der Zeit vom Beginn der Vegetation bis zum Beginn der Blüte der Pflanzen verwandt.—
Haben wir durch die vorſtehend empfohlenen Düngungsverſuche, die nach der einen oder andern Richtung abgeändert und ergänzt werden können, die ſchwachen Seiten unſers Bodens kennen gelernt


