1 60 Die Bodenbeſtandteile.
und im beſonderen herausgefunden, mit welchen Stoffen wir imſtande ſind, die Erträge zu ſteigern, ſo werden wir zur Düngung im großen aus den im Handel angebotenen Kunſtdüngern die aus⸗ wählen, in denen wir die betreffenden Stoffe in der geeigneten Form am wohlfeilſten beziehen können. Eine nähere Anleitung hierfür zu geben, iſt hier nicht am rechten Ort. Nur eine allgemeine Bemerkung ſei noch geſtattet.
Die künſtlichen Düngemittel ſind immer nur wertvolle Hülfs⸗ oder Beidünger, die den Stallmiſt vorteilhaft ergänzen und in ſeiner Wirkſamkeit ſehr weſentlich unterſtützen, niemals aber in phyſikaliſcher Beziehung, und auf die Dauer und im großen auch nicht in chemiſcher Beziehung, vollſtändig erſetzen können. Die ſog. „viehloſe Wirtſchaft“, die ihr Futter nebſt allem, was ſie ſonſt erntet, jahraus jahrein verkauft, iſt nur vereinzelt durchführbar, und ſie vermag ſich nur dadurch zu erhalten, daß ſie von Zeit zu Zeit die Ernte dem Acker opfert(Gründüngung) oder ſtädtiſchen Dünger kauft. Wir anderen, die wir die Viehzucht nicht als ein notwendiges Übel, ſondern als eine Haupterwerbsquelle betrachten, wir werden unentwegt feſthalten an der Stallmiſtwirtſchaft, ſei es mit, ſei es ohne Güllebereitung, denn ſie liefert den reichlichſten, den beſten und den billigſten Dünger, und wir werden dahin trachten, die Menge und Güte des natürlichen Düngers durch intenſiven Futterbau, durch Zukauf von Kraftfutter, durch rationelle Bewäſſerung der Wieſen und vor allem anderen durch zweckmäßige Behandlung im Stalle, auf der Düngerſtätte und auf dem Felde von Jahr zu Jahr zu vermehren und zu verbeſſern. Die feſten und flüſſigen Auswurfſtoffe der Tiere und— der Menſchen ſind und bleiben das Hauptfutter für die Pflanzen. Im Vergleich zu ihnen verſchwinden die künſtlichen Düngemittel wie das Salz in der Suppe. Kauft Kunſtdünger, ſo viel wie ſich rentiert, doch vergeßt das alte Sprüchlein nicht:
Miſt iſt des Bauern Liſt.


