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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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Die Entſtehung des Grund und Bodens.

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einem Teil der gefundenen Kieſelſäure zu Ton verbindet und das Eiſenoxyd ſich dem Ton beigeſellt, ſo ergibt ſich, daß wir den Boden der vorliegenden Ackerkrume als kalkhaltigen, ſandigen Lehm⸗ boden zu bezeichnen haben.

Dieſes Beiſpiel zeigt zugleich, daß in der Bodenkunde weder der petrographiſch⸗mineralogiſche, noch der geognoſtiſch⸗geologiſche, ſondern der agronomiſch⸗pedologiſche Geſichtspunkt der maßgebende iſt. Oder kürzer und einfacher geſagt: In der praktiſchen Bodenkunde gibt der landpirtſchaftliche Geſichtspunkt den Ausſchlag.

2. Die angeſchwemmten Böden. Nur ſelten bleiben die angeſtammten Böden in ihrer urſprünglichen Lage auf dem Mutter⸗ geſtein. Die meiſten Böden werden vielmehr von dem Ort ihres Urſprungs fortgeführt, um an einem andern, oft weit entfernten Orte aus dem Waſſer abgeſetzt angeſchwemmt zu werden.

Das Land der ausgedehnten norddeutſchen Ebene beſteht aus angeſchwemmten Böden. Man hat daher den Ausdruck geprägt:

und Tief, auf dem Gefäll.*

Erhebt man ſich in Berlin mit dem Luftſchiff über die Türme der Stadt, ſo verſchwindet der Kreuzberg ſehr bald in der Ebene, und die Inſel Rügen tritt in den Geſichtskreis. Steigt man höher, ſo erblickt man im Norden als eigentliches Gebirgsland die ſkandinaviſche Halbinſel. Von Berlin nach Chriſtianſand an der Südſpitze Norwegens iſt es, mit dem Zirkel gemeſſen, noch etwas näher, als nach dem St. Gotthard im Herzen der Schweiz.

Es iſt daher die Annahme nicht von der Hand zu weiſen, daß der Boden des norddeutſchen Schwemmlandes zum Teil aus Schweden und Norwegen ſtammt. Hierfür ſpricht die ſüdliche Richtung der Flüſſe auf der ſkandinaviſchen Halbinſel, hierfür ſpricht namentlich auch das Vorkommen der erratiſchen Blöcke in dem weiten Gebiet des norddeutſchen Schwemmlands. Bei Stöven, in der Nähe des

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