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1. Die angeſtammten Böden. 37
Nach dieſen Zahlen kann man ſich eine Vorſtellung machen von der Menge und Mannigfaltigkeit der Stoffe, die das Waſſer aus den Felſen löſt und fortführt. Daß verſchiedene Quellen eine ver⸗ ſchiedene Zuſammenſetzung zeigen, iſt eine bekannte Sache, und es hat ſeinen guten Grund, daß der eine zur Kur nach Ragaz, der andre nach Ems, der dritte nach Karlsbad geht.
Endlich haben wir von den Hebeln der Verwitterung noch des Sauerſtoffs zu gedenken. Wie die Kohlenſäure ſo iſt auch der Sauerſtoff im Waſſer gelöſt und überall tätig. Wir erinnern nur an das erwähnte Roſten des Eiſens und an die Zer⸗ ſetzung des Schwefelkieſes, Vorgänge, die beide die Gegenwart und die Einwirkung des Waſſers und des Sauerſtoffs zur Voraus⸗ ſetzung haben.
Um zum Schluß wenigſtens an einem Beiſpiel näher darzutun, wie bedeutend die Veränderungen ſind, denen die Ge⸗ ſteine bei der Verwitterung unterliegen, laſſe ich hier die Zahlen folgen, die E. Wolf und R. Wagner in Hohenheim bei der Unterſuchung von grobſandigem Liaskalkſtein von Ell⸗ wangen und deſſen Verwitterungsboden gefunden haben.*)
Urſprüngliches Geſteins⸗ Unter⸗ Aceker⸗
Geſtein reſte grund krume Kohlenſaurer Kalk 78,72 44,42 6,70 2,90 Kohlenſaure Magneſia 1,06 0,74 0,40 0.43 Tonerde.... 0 76 1,30 8,66 9,87 Kieſelſäure.... 16,47 43,10 70,67 73,85 Kali..... 0,15 0,17 1,30 1,70 Natron..... 0,06 0,06 0,26 0,38 Phosphorſäure.. 0,20 0,54 0,52 0,51 Eiſenoxyd..... 2,10 8,91 10,09 8,99 Manganoxyduloxyd. 0,37 0,62 0,82 0,72
Die Zahlen zeigen, daß das Muttergeſtein richtig als Kalk be⸗ zeichnet iſt, denn es enthält gegen 79% Kalk. Den fertigen Boden der Ackerkrume darf man dagegen weder Kalkboden, noch Mergel⸗ boden nennen, denn er enthält nur 2,9% Kalk; die fehlenden 76% ſind durch Auswaſchen verloren gegangen. Da ſich die Tonerde mit
*) Württemb. naturwiſſenſchaftl. Jahreshefte. 1871.


