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1. Die angeſtammten Böden. 31
Den nächſten Tag wanderten wir ohne Weg und Steg bei prachtvollem Wetter über den Buchberg und den Langen Randen nach Schleitheim. Wir fanden große Maſſen von zerſprengtem Jurakalk, untermiſcht mit Erde, als Waldboden dienend; einen ſchwarzen, ſammetweichen Humus auf anſtehendem weißem Jura, mit glattſtämmigen Buchen beſtanden; und als eigentümliche Bodenbildung einen ſog.„Bohnerz⸗Tonboden“, landwirt⸗ ſchaftlich richtiger als gemeiner Lehmboden zu bezeichnen, denn für Tonboden war er nicht fett genug, und das„Bohnerz“ machte ihn nicht fetter.
Der dritte Tag brachte neue Ausbeute, aber auch viel körper⸗ liche Anſtrengung, weil wir, um zu den Fundſtellen zu gelangen, im Zickzack von dem direkten Wege abſchweifen mußten. Wir konnten eine hellgelbe Verwitterung von Dolomit, der aus einer kleinen Grube auf die Oberfläche geworfen war, und auch von anſtehendem, rotbuntem Keupermergel eine Probe ſammeln, die die Verwitterung dieſes Geſteins in feinen, ſcharfkantigen Grus ſehr anſchaulich zeigte. Der Grus rieſelte an der ſteilen Felswand herab, und wenige Schritte von ſeinem Urſprung war er bereits zu erdigem Mergel geworden.
Einen weißgrauen Mergel hatten wir vorher bei Schaffhauſen in einer Phonolith⸗Grube gefunden. Das Geſtein wurde hier mit leichter Mühe gebrochen, in Haufen geworfen und der Ver⸗ witterung überlaſſen. Nach Verlauf eines Winters war es in erdigen Mergel zerfallen, der zur Melioration des benachbarten Rebbergs diente.
Bei einem andern Ausflug führte mich ein flottes Schimmel⸗ paar im leichten Wagen von Waldshut nach St. Blaſien und von da zurück durch das liebliche Albtal.
Auf der Höhe des Schwarzwalds bei Höchenſchwand(1010 m) fand ich eine große Kiesgrube, in der, geologiſch geſprochen, fein⸗ körniger grauer Granit anſtand. Das Geſtein war durch Ver⸗ witterung zerfallen in ſeine noch kenntlichen Beſtandteile: Feldſpat, Quarz und Glimmer, ſo daß es als Gartenkies und Mauerſand be⸗ nutzt werden konnte.
An dem Südrand des Schwarzwaldes, bei Albbruck, zeigte ſich ein auf den erſten Blick ganz anderes Geſtein. Bei näherem Zu⸗ ſehen erwies es ſich als ein grobkörniger Granit mit hell⸗


