28 Die Entſtehung des Grund und Bodens.
anſtehenden Molaſſeſandſtein bis auf eine ſchwache, kaum 50 cm ſtarke Schicht weggewaſchen. Sie bildete quer durch das Bachbett eine Steinbank, unter der durch Verwitterung eine Höhlung ent⸗ ſtanden war, weil hier toniger, leichter verwitterbarer, an der röt⸗ lichen Farbe kenntlicher Molaſſemergel anſtand.
Im Stöckentobel ſelbſt blaute und blinkte oberhalb einer maſſiven Schleuſe ein kleiner Stauweiher, der die Triebkraft für eine Schleife lieferte. Unterhalb der Schleuſe lag das Bachbett größtenteils trocken, ſo daß wir es betreten konnten. Zu unterſt ſtand hier Molaſſeſandſtein an, der auch hier ſchalenförmig ausgewaſchen und geglättet war. Dann folgte toniger, ſtark ver⸗ witterter Molaſſemergel, wie wir durch Kneten mit den Fingern und durch Betropfen mit Salzſäure genauer feſtſtellen konnten. Denn die Molaſſe zeigt einen häufigen Wechſel zwiſchen Sandſtein— und Mergeſſchichten.
Seitlich und ſüdlich von dem Weiher erhob ſich eine etwa 12 m hohe, faſt ſenkrechte Sandſteinwand mit zwei Flügeln, deren Vor⸗ ſprünge durch Berwitterung abgerundet und von kleinen Höhlen unterbrochen waren. In der Mitte des Abſturzes war nichts von dem Sandſtein zu ſehen. Denn weiter nach oben folgte in einer Mächtigkeit von 2 bis 3 m Molaſſemergel in tonigeren und ſandigeren Schichten mit bläulichſchwarzen, rötlichen und gelblich⸗ grauen Färbungen. Zu oberſt bildete der gelblichrote Diluvial⸗ lehm mit ſchwarzer Krume eine kaum 60 em ſtarke Decke über dem älteren Molaſſegeſtein.
Da in der Mitte des Abſturzes Quellwaſſer hervordrang, ſo drachte es den durch den Froſt zerklüfteten und zerſprengten Mergel in Bewegung, und als die Unterſtützung fehlte, mußte auch der Lehm ſamt den Bäumen, die auf ihm ſtanden, hinabſtürzen. Sand, Mergel, Lehm trieben in regelloſem Durcheinander mit dem Waſſer dem Bachbett zu, die Bäume mit ihrem Wurzelballen am Fuße des ſteilen Abhanges zurücklaſſend. Da haben wir ein anderes Bild der Verwitterung.
Bei Gelegenheit eines gerichtlichen Gutachtens in einem Waſſer⸗ rechtsprozeß ließ ich im Dolder bei Zürich eine 4 m tiefe Probe⸗ grube ausheben. Sie zeigte von oben bis unten nichts anderes als anſtehenden, rötlichgelben, tonigen Molaſſemergel, und das Ge⸗
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