20 Die Entſtehung des Grund und Bodens.
den Strahlen der Sonne erwärmt, die Stätte und den Stoff zur Beherbergung und Ernährung der Lebeweſen darbietet, und natür⸗ lich auch inſofern, als ſie durch ihre eigne Schwere und Anziehung ſich zwiſchen Sonne und Mond, Venus und Mars im Gleich⸗ gewicht erhält.
Denn alle dieſe und die unzähligen andern Himmelskörper, von denen wir in ſternheller Nacht nur einen kleinen Teil überblicken, ſie ſchweben und ſie bewegen ſich nach beſtimmten Geſetzen in dem Weltraum, und der Weltraum iſt erfüllt von dem AÄther, der nach der alten Theorie ein kraftbegabter, unwägbarer, alles durchdringender Stoff von unendlicher Feinheit.
In neuerer Zeit hat Walter Ritz„Die Grundlagen der Elektrodynamik viel unterſucht, und er kam dazu, die Exiſtenz eines Athers zu verwerfen.“ Es iſt aber kaum denkbar, daß der Welt⸗ raum abſolut leer ſei. Mit der Gravitation allein kommen wir nicht aus. Es muß ein kraftbegabter Stoff vorhanden ſein, der die Welt in ihrem Bau zuſammenhält und— auseinanderhält. Ein Stoff, der den Pflanzen, Tieren und Menſchen mit den Sonnenſtrahlen die Kraft zum Leben übermittelt. Ein Stoff, der die Keime liefert zur Belebung der Erde und der andern Himmelskörper.
Je mehr ſich mit ihr erklären läßt, deſto wahrſcheinlicher wird die Hypotheſe von dem Daſein des AÄthers. Aus dem Nichts kann weder eine Sonne noch eine Blume entſtehn. Vielmehr iſt der Weltäther das Energiereſervoir, aus dem alle Materie ihren Ur⸗ ſprung herleitet. Daß der AÄther unwägbar, beweiſt nichts gegen ſeine Exiſtenz. Licht und Elektrizität ſind auch unwägbar, und was ſind das für gewaltige Kräfte! Ihre Stofflichkeit verſteht ſich von ſelbſt. Kein Stoff ohne Kraft und keine Kraft ohne Stoff. Denken wir uns ſämtliche Himmelskörper aufgelöſt in Atome, ſie würden den Weltraum nicht füllen. Folglich iſt die Behauptung nicht von der Hand zu weiſen: Die Geſamtheit der anorganiſchen und organiſchen Welt ſtammt aus dem AÄther.
Den Urſprung der Lebeweſen führen die Gelehrten zurück auf die Urerzeugung, Generatio aequivoca. Im Widerſtreit hiermit ſtehen die Sätze: Alles Lebende aus dem Ei, omne vivum ex ovo, und omne vivum e cellula, alles Lebende aus der Zelle. Der Widerſpruch löſt ſich durch die Annahme: Omne vivum ex aethere


