Die Entſtehung des Grund und Bodens. 21
aeterno et universo: Der ewige Weltäther iſt es, der die Keime der Lebeweſen hergibt.
Dieſe Annahme hat nichts weiter zur Vorausſetzung, als die unendlich feine Verteilung von Stoff und Kraft, eine Annahme, die durch die Erſcheinungen der Vererbung geſtützt wird. Wie un⸗ endlich fein muß die Verteilung ſein, wenn wir wiſſen, daß ein einziger Menſch innerhalb hiſtoriſcher Zeit Millionen von Nach⸗ kommen haben kann, und dabei genügt zur Befruchtung des weib⸗ lichen Ovulums ein Samenkörperchen von mikroſkopiſcher Kleinheit.
Die Tatſache, daß es jetzt auf Erden keine Urerzeugung mehr gibt, läßt ſich mit dem Hinweis begründen, daß die Bedingungen für die erſte Entſtehung der Lebeweſen nur in jener Zeit gegeben waren, als die Kruſte des Erdballs aus dem feurig⸗flüſſigen in den Zuſtand des brodelnden Urbreis überging. Der günſtigſte Zeitpunkt für die Urerzeugung aus den ätheriſchen Keimen war gekommen, als Luft und Waſſer ſich differenzierten und voneinander ſchieden. Daß dies unter dem Eingriff der Elektrizität mit ſolch elementarer Gewalt ſich vollzog, wie nachher nie wieder, das wird uns ſofort klar, wenn wir bedenken, daß ſich das geſamte Waſſer aus der Atmoſphäre niederſchlug.
So entſtehen Meer und Land. Es wird Licht. Regen, Luft und Sonnenſchein befruchten die Erde. Und in dem irdiſchen Stoff regt ſich der himmliſche Keim. 3
Wechſelnd in ewigem Fluß folgt ein Geſchlecht nach dem andern, und da kein Lebeweſen dem andern gleicht, auch nicht unter den nächſten Verwandten, ſo iſt nicht ausgeſchloſſen, daß der Welt⸗ äther die Erzeugung und Entwicklung fort und fort be⸗ einflußt, indem er alle Zellen des Pflanzen⸗ und Tier⸗ leibes, alſo auch die Kerne und Elemente der Fort⸗ pflanzungszellen durchdringt und verändert.
Damit hätten wir eine Erklärung für die ſonſt rätſelhaften, inneren Urſachen der Variabilität gewonnen. Als Reſultat würde ſich eine ſtetige Anpaſſung an die veränderlichen Lebensbedingungen und eine allmähliche Vervollkommnung des Einzelweſens und der Geſamtheit ergeben. Lebeweſen, die ſich nicht anpaſſen können, ſterben aus. Die Starken ſiegen, die Schwachen unterliegen. So iſt das ſcheinbare Chaos wohlweislich geordnet.
Die atmoſphäriſche Luft, die wir mit jedem Atemzuge in uns


