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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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Rückblick. 163

ehe das Verſtäuben der Sporen begonnen hat, und zwar mit den Wurzeln, da das Mycel des Pilzes in denſelben per⸗ ennieren kann; eine Arbeit, die am beſten durch Knaben be⸗ ſorgt wird und die ev. mehrmals zu wiederholen iſt. Die betreffenden Pflanzen ſind mit möglichſter Vorſicht zu ſammeln und unmittelbar auf dem Felde zu verbrennen.

Rückblick.

Faſſen wir die für die Kultur der Braugerſte zu be⸗ obachtenden Maßregeln noch einmal kurz zuſammen, ſo ergiebt ſich nach dem Stande der jetzigen Erfahrungen folgendes:

Boden. Am geeignetſten zum Gerſtenbau ſind die milden mittelſchweren, möglichſt tiefgründigen, kalkhaltigen Boden⸗ arten. Auch Lehmboden mit mehr vorwiegendem Sande kann noch zum Gerſtenbau benutzt werden; dagegen ſind ſchwere, ſtark gebundene Bodenarten zur Erzielung guter Braugerſte nicht geeignet.

Vorfrucht. Die beſten Vorfrüchte für Gerſte ſind Hack früchte; auch nach Mais oder gut beſtandenem Klee kann Gerſte mit Erfolg gebant werden. Nach ſich ſelbſt oder andern Getreidearten iſt der Gerſtenbau nicht zu empfehlen.

Bodenbearbeitung. Dieſelbe hat ſehr gründlich zu er folgen(Tiefkultur) und wird, wenn die Gerſte nach Hack⸗ früchten gebaut wurde, weſentlich vereinfacht. Bei ge⸗ nügender Reihenentfernung iſt die Gerſte wiederholt zu be hacken.

Düngung. Eine Düngung mit Chiliſalpeter, die gewiſſe Grenzen nicht überſteigt, erhöht die Erträge der Gerſte ſehr, ohne ihre Qualität zu ſchädigen, und ohne beſonders den Stickſtoffgehalt der Körner ſteigern zu müſſen. An Stelle des Salpeters können unter Umſtänden auch Ammoniak⸗ ſalze Verwendung finden. Ob die Zugabe von Phosphor⸗ ſäure oder Kali nothwendig iſt, hängt von dem Reichtum des Bodens an dieſen Stoffen ab. Friſcher Stalldünger iſt zu vermeiden.

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