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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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164 III. Abſchnitt.

Saat. Die Ausſaat hat ſo früh zu erfolgen als es die Verhältniſſe geſtatten. Anzuwenden iſt Drillſaat bei einer Reihenentfernung von durchſchnittlich 18 20 cm; in dieſem Falle genügt ein Saatquantum von 100 150 kg pro ha. Nur das beſte Saatgut iſt zu verwenden und bei der oft nicht zu vermeidenden allmählichen Verringerung der Qua⸗ lität durch örtliche oder Witterungsverhältniſſe ein ent⸗ ſprechender Saatwechſel einzuführen.

Ernte. Die Ernte iſt jedenſalls nicht vor der Vollreife auszuführen, da die Nachteile einer frühern Ernte durch das Nachreifen nur in unvollkommenem Maße ausgeglichen werden. Am beſten geſchieht ſie bei trockener Witterung und überhaupt unter Umſtänden, welche ein ſchnelles Trocknen der Gerſte ermöglichen und die Einwirkung äußerer Feuchtigkeit möglichſt einſchränken. Die Ernte⸗ produkte ſind von fremden Beſtandteilen gut zu reinigen und ev. auch nach der Korngröße ꝛc. zu ſortieren. Ein Vermiſchen von Gerſte verſchiedener Sorten oder ver⸗ ſchiedener Herkunft iſt jedoch zu vermeiden.

Aufbewahrung. Soweit die gut getrocknete Gerſte nicht in luftdicht geſchloſſenen Behältern aufbewahrt wird, iſt auch weiterhin durch Wahl geeigneter Aufbewahrungs⸗ räume, Speicher ꝛc., häufiges Lüften, öfteres Umſchaufeln der Gerſte und andere geeignete Vorſichtsmaßregeln dafür Sorge zu tragen, daß die Körner ſtets in einem möglichſt trocknen Zuſtande verbleiben und vor Feuchtwerden geſchützt ſind. Nur ſo iſt es möglich, die Gerſte auch längere Zeit aufzubewahren und einer ſonſt oft ſchnellen Qualitätsver⸗ minderung durch Auftreten von Schimmelpilzen, Verminde⸗ rung der Keimfähigkeit und innern Zerſetzungen vorzubeugen.

SG