162 III. Abſchnitt.
nicht bedeutend und durch eine etwas vermehrte Saatmenge auszugleichen.
Ganz kürzlich empfahl Jenſen als Verfahren gegen den Brand, welches die Pilze ſicher töten ſoll, ohne die Keimkraft des Getreides zu ſchädigen, das letztere einen halben Tag in kaltem Waſſer liegen zu laſſen und dann 5 Minuten lang mit Waſſer, von einer Temperatur von 52 ½°C. zu behandeln— ein Vorſchlag, dem von Kühn wegen ſeiner Unſicherheit und Unzuverläſſigkeit bereits lebhaft entgegen getreten worden iſt— ganz abgeſehen von der Unmöglichkeit, in der Praxis den er⸗ wähnten Wärmegrad, deſſen genaue Innehaltung notwendig iſt, immer anzuwenden(vergl. S. 28).
Neuerdings wird von J. Kühn zum Einbeizen der Gerſte gegen Brand folgendes Verfahren, das allerdings noch weiterer Prüfung bedarf, empfohlen:
1. Mindeſtens 12 ſtündiges Einweichen des Saatgutes in einer ½ prozentigen Kupfervitriollöſung(auf 100 Liter Waſſer ½ kg Kupfervitriol). Die Flüſſigkeit muß in dem Quellgefäß handhoch über den Samen ſtehen.
2. Nach Ablaufen dieſer Löſung alsbaldiges Aufgießen von Kalkmilch(für je 100 kg Saatgetreide 6 kg guter ge⸗ brannter Kalk(ſog. Weißkalk) in 110 Liter Waſſer ver⸗ teilt). Die Kalkmilch muß 5 Minuten lang einwirken und während dieſer Zeit iſt die ganze Maſſe beſtändig mäßig⸗ ſtark durchzurühren.
3. Nach Ablaufen der Kalkmilch iſt ohne Nachſpülen mit Waſſer das Saatgut auf der Tenne zum Abtrocknen dünn aus⸗ zubreiten und öfter zu wenden. Die Saat ſoll ſo bald als möglich erfolgen; der Transport nach dem Felde iſt in Säcken vorzunehmen, die 16 Stunden lang in einer Kupfervitriollöſung von ½%(wie oben) eingeweicht und dann mit Waſſer ausgewaſchen worden ſind.
Außerdem empfiehlt Kühn— außer dem Vermeiden von brandſporenhaltigem Dünger— das Ausraufen aller brandigen Pflanzen, ſo bald die Krankheit äußerlich erkennbar iſt und


