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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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Paraſitiſche Pilze. 161

als ſchwächliche, mit zarten Blättern; die Auswahl von Varietäten mit ſtarkem, ſchilfartigen Stroh und kräftigen Ahren kann daher ebenfalls bis zu einem gewiſſen Grade gegen Roſt ſchützen. Der Brand der Gerſte(Flug⸗, Staub⸗ oder Rußbrand), hervorgerufen durch Ustilago Carbo Tul,, ſchädigt dieſelbe in der Weiſe, daß durch den Pilz gewöhnlich der geſamte Frucht⸗ knoten, oft mit den Spelzen, zerſtört wird, ſo daß die Körner nicht zur Entwickelung kommen können; an ihrer Stelle findet ſich ein ſchwarzes ſtaubfeines Pulver, welches von den Sporen des Pilzes gebildet wird. Dieſe Sporen haften auch den geſund gebliebenen Körnern leicht an und kommen mit dieſen bei der Ausſaat zur Keimung. Der Pilz, welcher nur in dieſem jugendlichen Zuſtand ſeiner Nährpflanze in dieſe eindringen kann, wächſt mit dieſer zuſammen in die Höhe, um erſt wieder in den Ähren bei ſeiner Sporenbildung wieder ſichtbar zu werden. Allerdings kann die Verbreitung der Brandpilzſporen auch auf andere Weiſe geſchehen, z. B. durch Dünger, zu dem vom Brand befallenes Stroh verwendet wurde, und die Pilze ſelbſt können eine Zeit lang, wie Brefeld nachwies, ſaprophytiſch im Boden leben. Immerhin wird ein Einbeizen des Saatgutes, durch welches die Keimfähigkeit der Pilzſporen vernichtet wird, von guten Erfolg begleitet ſein. Die Anwendung von Kupfer⸗ vitriol, der bei Weizen mit Erfolg als Beizmittel gegen die Brandſporen benützt wird, iſt jedoch bei der Gerſte weniger zu empfehlen, da hierdurch die Keimfähigkeit dieſer ſelbſt zu ſtark geſchädigt wird. Man verwendet(nach Märcker) beſſer bloße Schwefelſäure, indem man auf 100 Liter Waſſer ¾ kg Schwefelſäure(von 66°, der gewöhnlichen Handelsware) nimmt und in dieſer Miſchung die Körner 1012 Stunden einquellt. Immerhin kann auch hierbei die Gerſte noch etwas an Keimfähigkeit einbüßen; der Verluſt derſelben betrug z. B. nach Märcker bei dickſchaliger Propſteier Gerſte 1%, bei fein⸗ ſchaliger Chevaliergerſte 5% im Mittel; doch ſind dieſe Ver⸗ luſte im Verhältnis zu der Sicherheit gegen die Brandpilze

Heine, Braugerſte. 11