160 III. Abſchnitt.
Nematoden.
Heterodera Schachtii, Rübennematode, iſt außer an Zuckerrüben und andern Pflanzen auch auf Gerſte beobachtet worden, welche dadurch notreif wird.
Paraſitiſche Pilze.
Außer dem bisweilen auch an der Gerſte beobachteten Mutterkornpilz(Claviceps purpurea), dem Mehltau (Erysiphe graminis) an den Blättern, und dem meiſt nur auf abgeſtorbenen Pflanzenteilen, bisweilen aber auch auf noch leben⸗ den vorkommenden Cladosporium herbarum(ſog. Rußtau oder Schwärze) können der Gerſte unter Umſtänden ſehr ge⸗ fährlich werden:
Pucceinia Straminis, der Fleckenroſt, und
puccinia graminis, der Gras⸗ oder Streifenroſt, welche beſonders in feuchten und warmen Jahren oder Lagen oft in großer Verbreitung auftreten und Mißernten erzeugen.
Beide Pilze leben im Innern der Pflanzen und erzeugen
äußerlich nur ihre Sporen, welche als roſtrote Häufchen
oder Streifen, gewöhnlich an den Blättern, ſeltener auf
Halmen und ſelbſt an den Ähren auftreten; die Pflanzen
werden dadurch ſehr entkräftet und oft zur Notreife ge⸗
bracht, während das Stroh durch die Einwirkung der Pilze oft ſo mürbe wird, daß es noch ſtehend zuſammenbricht und vollſtändig wertlos wird. Die gegen Beendigung der Vegetation gebildeten dunkelbraun⸗ſchwarzen Winterſporen überwintern und kommen zunächſt als ſogen. Aecidien auf andren Pflanzen(bei
Pucc. graminis auf der Berberitze, bei Pucc. straminis auf
Anchuſa, Echium, Lycopſis u. a. Unkräutern) zur Entwicklung.
Als Mittel dagegen empfiehlt ſich daher die Vertilgung der
letztgenannten Pflanzen, da bei ihrer Abweſenheit der Lebens⸗
lauf des Pilzes unterbrochen iſt und dieſer nicht weiter zur
Entwickelung kommen kann. Allerdings ſoll das Mycel vom
Fleckenroſt auch auf Wintergetreide überwintern können. Kräftige
und ſtark entwickelte Pflanzen werden meiſt weniger befallen


