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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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Ernte und Aufbewahrung. 153

Die friſch vom Felde gebrachte Gerſte iſt zunächſt nur dünn, 10 15 cm hoch auszubreiten, da ſie immerhin noch ziemliche Waſſermengen enthält, welche erſt allmählich verloren gehen, ausſchwitzen. Dabei tritt auch eine Temperaturerhöhung ein, zwei Faktoren, welche, wenn man ihnen nicht entgegentritt, gleich zu Anfang das Verderben der Gerſte herbeiführen müſſen. Man hat daher die Waſſerverdunſtung durch Zuführung friſcher Luft und häufiges Umſchaufeln zu beſchleunigen, wodurch zugleich einer Temperaturerhöhung entgegen gewirkt wird, und ſie vor der Wiederaufnahme von Feuchtigkeit aus der Luft, bei Regen⸗ wetter ꝛc. zu ſchützen. Erſt allmählich, mit Fortſchreiten der Austrocknung, darf man die Körner höher ſchütten, ſo daß ſie endlich etwa 60 cm beträgt.

Auch bei ſorgfältigſter Aufbewahrung erleidet die Gerſte Ge⸗ wichtsverluſte an Trockenſubſtanz, eine Folge der trotz des ge⸗ ringen Waſſergehaltes auch im lufttrocknen Korne nicht vollſtändig unterbrochenen Lebensthätigkeit, welche ſich in der Hauptſache in Atmungserſcheinungen Zerſetzung von ſtickſtofffreier Subſtanz unter Abgabe von Kohlenſäure äußern. Nach den in den preußiſchen Proviantämtern gemachten Beobachtungen betragen dieſe Verluſte:

35 im 1. Vierteljahr 1,3 pCt.

2. 0,9

3. 0,5

4. 0,3

im erſten Jahre 3,0 pCt.

und in jedem folgenden Jahre ca. 1 pCt. weiter(für jedes Viertel⸗ jahr etwa ¼ pCt.) und zwar bei guten Qualitäten. Bei ge⸗ ringeren und ſchlecht gereinigten Sorten ſtellen ſich dieſe Verluſte weit höher.

Über die Abnahme der Keimfähigkeit mit dem wachſenden Alter der Gerſte iſt ſchon oben das Erforderliche mitgeteilt worden.

Über die auf den Getreideſpeichern oft verheerend auftreten⸗ den Inſekten, die ſog. ſchwarzen und weißen Kornwürmer, vgl. das letzte Kapitel.