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Die Braugerste : ihre Kultur und Eigenschaften für die Malzzubereitung : gekrönte Peisschrift / von H. Heine
Entstehung
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152 III. Abſchnitt.

ſchädlichen Inſekten, die ihr etwa anhafteten, mit Sicherheit ver⸗ nichtet werden. Vor der Hand liegt die Verwirklichung ſolcher Pläne, wenn auch an der Möglichkeit ihrer Ausführung auch nach der techniſchen Seite hin nicht gezweifelt werden kann, für den Landwirt oder Brauer, der oft große Getreidemengen auf⸗ zubewahren hat, noch in ziemlich weiter Ferne.

In heißen und trockenen Ländern macht die Aufbewahrung keine Schwierigkeit; man begnügt ſich hier oft mit in die Erde gegrabenen Gruben(Nordafrika, Ungarn, Italien, Spanien) oder in Felſen gehauenen Höhlungen(Spanien, Algier), in denen Ge⸗ treide jeder Art längere Zeit ohne Schaden zu leiden lagern kann. Weit ſchwieriger ſtellt ſich die Sache in den gemäßigten und kälteren Ländern, wo entweder das Getreide ſelbſt nicht den nötigen Grad von Trockenheit vom Felde mitbringt, oder ganz beſonders die Schwankungen der atmoſphäriſchen Feuchtigkeit zu groß ſind, um eine ſo einfache Aufbewahrungsweiſe zu ge⸗ ſtatten. Allerdings hat man wohl auch ſchon verſucht, das luft trockne Getreide in gemauerten oder eiſernen Behältern ¹) unter Luftabſchluß aufzubewahren; im Allgemeinen iſt man jedoch bei uns darauf angewieſen, durch eine ſachgemäße Lüftung den Körnern die notwendige Trockenheit zu erhalten. Man benutzt dazu, bei größerer Ausdehnung, die ſog. Getreidetürme, in denen zugleich das Lüften und Wenden des Getreides durch verſchieden⸗ artige mechaniſche Vorrichtungen auf billige und einfache Weiſe ausgeführt, oderSchüttböden, entweder beſondere Gebäude mit mehreren Etagen(Speicher), oder in kleineren Wirtſchaften die Bodenräume der Wohnhäuſer, Scheunen ꝛc., in denen das Ge⸗ treide aufgeſchütttet und aufbewahrt wird. Das Aufbewahren der Gerſte und des Getreides überhaupt über Stallräumen iſt zu verwerfen, da die feuchten und warmen ammoniakaliſchen Stall⸗ dünſte ein ſchnelles Verderben bewirken können.

¹) Die nach Pott(Allgemeine Brauer⸗ und Hopfenzeitung 1887, S. 1085) in Ungarn ziemlich bedeutende Dimenſionen annehmen ſollen.

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